Auch Obama schon im Wahlkampf

Der Präsident bringt sich ebenfalls in Stellung für den Wahlkampf im November. Die Image-Politur hat der Demokrat bitter nötig.

Die Wahl ist am 6. November 2012, der Wahlkampf beginnt schon jetzt: Nach der ersten inoffiziellen Vorwahl der Republikaner will US-Präsident Barack Obama den Gegner nicht alle Schlagzeilen überlassen und geht auf Tour durch den Mittleren Westen. Der Weg führte ihn nach Iowa, wo er herzlich empfangen wurde (Im Bild: "Hupen Sie, wenn Sie der Präsident sind"). Auf der Tour hat Obama ein Programm zur Förderung der schwachen Konjunktur angekündigt: Arbeitsplätze schaffen, Defizit unter Kontrolle bringen. Obama nahm dabei dankbar den Ball auf, den der US-Milliardär Warren Buffett mit seiner Forderung nach einer Steuererhöhung für die Superreichen zugespielt hat. Starinvestor Buffett hatte zuvor in der New York Times gefordert, es sei höchste Zeit, die Opfer zur Finanzierung des Staates und den dringlichen Schuldenabbau gerechter zu verteilen. "Meine Freunde und ich sind lange genug von einem Milliardärs-freundlichen Kongress verhätschelt worden", stellte der 80-Jährige fest. Der Aufruf löste landesweit ein breites Echo aus – auch Obama hörte ihn. Er machte die Republikaner im Repräsentantenhaus dafür verantwortlich, dass  die Reichen so wenig Steuern zahlen. Die dreitägige Image-Tour hat der Präsident bitter nötig: Die Zustimmung zu seiner Arbeit ist laut einer Umfrage des Gallup-Instituts erstmals unter 40 Prozent gefallen. Dies sind Medien zufolge die schlechtesten Werte seit Beginn von Obamas Präsidentschaft. Die Zustimmungsrate hatte in den Wochen nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Kommando im Mai mit 53 Prozent einen Höchstwert erreicht. Angesichts der Nachrichten über die schwächelnde Wirtschaft und der Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Kreditwürdigkeit der USA herabzustufen, nahm seitdem die Zustimmung jedoch stetig ab. Bis zur Präsidentschaftswahl hat Obama noch Zeit, wieder aufzuholen. Die eigentlichen Vorwahlen beginnen auch erst im Februar 2012. Im März gibt es einen "Super Tuesday" mit Vorwahlen in 14 Staaten. Bis dahin heißt es also: Viele Hände schütteln, immer lächeln.
(apa/rts/afp / csm) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?