Abbas bei Rückkehr als Held gefeiert

Nach seinem Auftritt vor der UN-Generalversammlung kehrte Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas in seine Heimat zurück.

Nach dem Antrag der Palästinenser auf eine UN-Mitgliedschaft als unabhängiger Staat will der UN-Sicherheitsrat am Montag erstmals darüber beraten. Nach Einschätzung des Schweizer UN-Botschafters Paul Seger könnten sich die Beratungen bis November hinziehen. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hatte den Antrag am Freitag an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben. Um Mitglied bei der UNO zu werden, müssen mindestens neun der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats grünes Licht geben, darunter alle fünf Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Anschließend muss die Vollversammlung die Aufnahme mit einer Zweidrittelmehrheit billigen. Die USA kündigten jedoch bereits ihr Veto an. Indes bereiteten tausende jubelndr Palästinenser ihrem Präsidenten Mahmoud Abbas bei dessen Rückkehr aus den USA in Ramallah einen begeisterten Empfang. Viele schwenkten palästinensische Flaggen und hielten große Bilder von Abbas in die Höhe, wie Augenzeugen berichteten. Der Präsident war mit dem Flugzeug in der jordanischen Hauptstadt Amman gelandet und dann mit dem Automobil über die Allenby-Brücke in das Westjordanland gefahren. Es wird keine Verhandlungen ohne internationale Legitimität und ohne einen völligen Stopp der Besiedlung (des Westjordanlands) geben", sagte Abbas. Von einem Balkon aus ... sprach Abbas zu Tausenden seiner Landsleute. "Ich bin zu den Vereinten Nationen gegangen und habe eure Hoffnungen, Träume ... ... Wünsche, euer Leid, eure Zukunftsvisionen und euer dringendes Bedürfnis nach einem unabhängigen Staat mit mir getragen", rief Abbas. Der "internationale diplomatische Kampf" habe mit dem Antrag in der UNO begonnen. Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass es jene gebe, "die uns Hindernisse in den Weg legen wollen". Er rief die Palästinenser zu einem neuen Nationalstolz auf. "Geht erhobenen Hauptes, denn ihr seid Palästinenser!", sagte der Präsident. "Wir wollen unsere Rechte mit friedlichen Mitteln erzielen, durch Verhandlungen - aber nicht irgendwelche Verhandlungen", kündigte Abbas der jubelnden Menge an. Binnen eines Monats soll nach dem Willen des Quartetts ein Vorbereitungstreffen stattfinden, bei dem eine Agenda und der Verlauf der Verhandlungen festgelegt werden. Drei Monate später sollen beide Seiten dann "umfassende Vorschläge" zu Fragen der Grenze und der Sicherheit vorlegen. In den darauffolgenden sechs Monaten will das Nahost-Quartett "beachtliche Fortschritte" sehen. Zu "gegebener Zeit" soll anschließend eine internationale Konferenz in Moskau stattfinden, wie es in der Erklärung des Quartetts hieß.

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(KURIER.at, apa, rts, ap / lm) Erstellt am
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