olympia-news
08/06/2016

Judo-Damen haben vollstes Vertrauen in Trainer

Traditionell wollen Österreichs weibliche Judoka die Auslosung bei Großereignissen immer recht knapp wissen, manchmal sogar erst am Bewerbstag. Aus Social-Media-Aktivitäten klinken sie sich deshalb aus. Die Vorbereitungsarbeit auf die Gegnerinnen bei Olympia in Rio liegt deshalb in Händen des Betreuerteams, Damen-Nationaltrainer Marko Spittka hat seine Pläne schon geschmiedet.

Sabrina Filzmoser, am Montag in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm im Einsatz, entscheidet oft spontan darüber, wann sie erfahren will, gegen wen sie zum Auftakt auf die Matte muss. "Manchmal schlafe ich noch eine Nacht drüber. Manchmal läuft dir jemand im Dorf über den Weg und sagt was, ganz ausschließen lässt es sich nicht, dass du was mitbekommst", sagte die Oberösterreicherin, die es zum Auftakt mit der Britin Nekoda Smythe-Davis zu tun bekommt, gegen die sie schon gewonnen, aber auch verloren hat.

"Der Trainer entscheidet, wann ich es weiß. Normalerweise am Wettkampftag. Weil wenn du in der Nacht zu viel darüber nachdenkst, was du machen wirst, dann verwirrt dich das nur", erklärte Kathrin Unterwurzacher, die in der 63er-Kategorie am Dienstag dran ist. "Ich bin dann weg aus Facebook, blende mich aus. Die paar Tage schafft man es auch ohne Internet, das wird kein großes Problem sein", sagte die Tirolerin, die es als Gesetzte nach einem Freilos mit der Siegerin aus Mamadama Bangoura (GUI) und Estefania Garcia (ECU) zu tun bekommt. Die Auftakthürde erscheint eher niedrig.

70-kg-Kämpferin Bernadette Graf ist am Mittwoch im Einsatz. "Der Trainer bereitet für die erste Runde alles her, er kennt die Gegnerinnen genauso gut, er weiß, wie ich kämpfe. Ich schaue mir dann nochmals Videos an und werde beim Aufwärmen taktisch eingestellt. Im Teamwerk ist es besser", sagte die ebenfalls aus Tirol stammende Kämpferin, die es nach einem Freilos entweder mit Assmaa Niang (MAR) oder Maria Portela (BRA) zu tun bekommt. Das sollte ebenfalls keine Probleme verursachen.

"Wir sind vorbereitet. Wir haben Videomaterial von jeder einzelnen Gegnerin, haben ein festes Kampfkonzept gegen jede, die hier ist. Wir müssen die Leistung nur abrufen und die Stärken ausspielen, aber es ist auch die Sache mit dem Quäntchen Glück", sagte Spittka zur APA - Austria Presse Agentur. Da seine Schützlinge die anderen Kämpferinnen alle kennen, würde man nicht mehr zu viel machen. "Sonst macht man sie verrückt." Man werde sich verhalten wie bei einem normalen Wettkampf.

Konkret werden sich Unterwurzacher und Graf jeweils den Kampf anschauen, der über ihre Auftaktgegnerin entscheidet. "Meistens gebe ich ihnen drei Stichpunkte mit auf die Matte, die wiederhole ich. Und natürlich je nach Tagesform gebe ich ihnen Motivation oder muss sie runterholen. Das spüre ich schon, ich kenne sie nun ja schon seit neun Jahren. Dann merke ich sofort, wie nervös sie sind." Dann ist Feingefühl gefragt - oder auch nicht. "Wir machen Späßchen. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich sie angebrüllt habe. Meistens hilft das. Aber das heißt nicht, dass ich sie anschreie", legte Spittka wert auf den Unterschied.

Da Graf und Unterwurzacher gesetzt sind, wissen sie, wer im Pool-Finale warten könnte. "Aber da müssen sie erst einmal hinkommen. Aber darauf sind wir vorbereitet, auch mental. Ich habe aber zwei- dreimal ganz deutlich gesagt, dass sie den ersten Kampf nicht unterschätzen dürfen. Deshalb konzentrieren wir uns komplett darauf", gab Spittka vor.

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