olympia-news
09/07/2016

Ermittlungen gegen zehn Personen wegen Olympia-Ticketskandal

Im Kriminalfall um einen illegalen Handel mit Tickets für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ermittelt die Polizei gegen zehn Personen. Das involvierte irische IOC-Mitglied Patrick Hickey war in ein Gefängnis in Rio gekommen, aber Ende August entlassen worden. Der 71-Jährige musste seinen Reisepass abgeben und kann Brasilien vorerst nicht verlassen.

In Verhören in dieser Woche habe Hickey die Aussage verweigert, berichtete das Portal "O Globo" am Mittwoch. Ihm wird die Verwicklung in Schwarzmarkthandel-Aktivitäten vorgeworfen. Die Polizei vermutet, dass Hickey mit zwei daran beteiligten Firmen in Kontakt stand.

Der Firma THG sollen Olympia-Tickets verschafft worden sein, die diese dann zu Wucherpreisen verkaufte. So sollen für die Eröffnungsfeier der Spiele in Rio Tickets für über 7.000 Euro angeboten worden sein, obwohl die Firma nicht als Ticketverkäufer autorisiert war.

Das Portal "Sport TV" berichtete unter Berufung auf die Ermittler von 65 E-Mails, die Hickey an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, geschickt habe. In einem Screenshot verweist Hickey darauf, dass er für die Spiele in London 2012 viel mehr Tickets zugeteilt bekommen habe, zum Beispiel 84 Stück für die Eröffnungsfeier. Für jene in Rio waren es nur 38.

Dem Bericht zufolge soll Bach als Zeuge vernommen werden. Der Deutsche sagte seine Teilnahme an der Eröffnung der Paralympischen Spiele am Mittwoch allerdings wegen der Trauerfeier für den verstorbenen früheren deutschen Bundespräsidenten Walter Scheel in Berlin ab.

Vor Hickey war bereits der ebenfalls aus Irland stammende Chef von THG in Rio festgenommen worden. Dit Ticketfirma soll Hunderte Olympia-Eintrittskarten zu überhöhten Preisen gehandelt haben. THG erklärte dazu, die Vorwürfe würden jeglicher Grundlage entbehren.