Brandl liebäugelt für 2020 mit dem Prügelkampf im Freiwasser
"Jetzt steht halt die Überlegung, ob ich nicht ins Freiwasser gehe", sagte der Oberösterreicher nach seinem einzigen Rio-Einsatz am ersten Wettkampftag über 400 m Kraul. "Der Reiz ist groß, weil ich so ein gestörter Typ bin und für so etwas sehr offen bin. Freiwasser ist ein Prügelkampf. Du wirst in die Fresse geschlagen. Entweder du schluckst es oder du zuckst aus. Es ist gescheiter, du schluckst es", brachte es der 29-Jährige auf den Punkt.
Seine Motivation für den möglichen Umstieg nimmt Brandl aus seiner Liebe zum "Kilometerfressen". "Ich schwimme irrsinnig viel und gerne. Mit 10 km habe ich kein Problem. Marco (Trainer Wolf, Anm.) kann mir jeden Tag einen Zehner reinknallen. Ich bin halt müde danach, aber ich vertrage das." Der Perger werde im kommenden Winter, in der im Becken eher wettkampffreien Zeit, einmal einen Weltcup-Start absolvieren.
"Ich bin nur einmal österreichische Meisterschaften über 5 km geschwommen", erklärte der Kraulspezialist. "Ich möchte das gerne im Meer einmal ausprobieren. Wenn das nichts ist, bleibe ich im Becken." Davon geht Brandl aber eher nicht aus. "Viele Leute haben mir schon vor vier, fünf Jahren gesagt: geh' ins Freiwasser, geh' ins Freiwasser. Ich bin immer davon begeistert gewesen. Wenn mir schon die Leute dazu raten, möchte ich es einmal probieren."
Brandls Fahrplan sieht jetzt so aus, dass er die unmittelbar nach Olympia anstehenden Kurzbahn-Weltcups bestreitet und auch im Herbst im Becken bleibt. Auch müsse er sich wegen des Freiwasser-Trips noch mit Österreichs Verband (OSV) kurzschließen. Schließlich brauche er bei seinen Wettkämpfen einen Trainer mit. Dabei sei fix, dass er bei Wolf bleibt. "Die Instruktionen bekomme ich dann sowieso von ihm. Es muss sie nur dann ein Co-Trainer ausführen."
Kommentare