Auch wenn die Chance noch so mini ist: Wenth peilt Finale an
"Ich muss im Vorlauf präsent sein. Ich gehe in jeden Vorlauf und sage, ich will natürlich ins Finale laufen. Ich kann nicht sagen, ich scheide aus, das ist ein Blödsinn. Ich will versuchen, alles dran zu setzen. Ich weiß aber auch, dass es sehr, sehr schwierig wird. Vor allem eben, weil das Jahr sehr zäh war", sagte die 25-jährige Wenth zur APA - Austria Presse Agentur.
Eine Sehnenentzündung im Fuß hatte sie im Winter und Frühling in der Vorbereitung lange behindert, wegen einer Adduktorenzerrung musste sie für die EM in Amsterdam absagen. "Ich glaube trotzdem, dass die Form nicht wirklich schlechter ist als letztes Jahr, sondern dass ich einfach wieder Selbstvertrauen kriegen muss. Dass ich sage, okay ich kann schnell laufen, mein Körper hält es aus. Dann gehe ich genauso rein wie in Peking und versuche, ins Finale zu laufen."
Sie werde alles geben, was sie in sich habe und in den vergangenen zehn Jahren antrainiert habe. "Wenn ich dann sage, ich habe alles dafür getan, ich habe ein gutes Rennen gemacht und es reicht nicht fürs Finale, bin ich auch zufrieden. Dann passt es für mich", sagte die EM-Elfte von 2014 und WM-15. von 2015. Wie bei der WM müsse sie versuchen, sich über die Zeit für den Endlauf zu qualifizieren. "Direkt über die ersten fünf, da brauche ich gar nicht überlegen." Es steigen die jeweils Top fünf sowie die weiteren fünf Zeitschnellsten der zwei Vorläufe auf.
Ganz anderes beschäftigt Ayana, die wie ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba 2008 in Peking das Langstrecken-Double realisieren könnte. Den Weltrekord hat sie am 2. Juni beim Diamond-League-Meeting in Rom nur knapp verpasst, sie war in 14:12,59 Minuten 1,44 Sekunden über der acht Jahre alten Bestmarke von Dibaba geblieben.
Ayana hat eine neue Zeitrechnung eröffnet. Das wirft Fragen auf, schließlich gilt auch das Anti-Doping-Kontrollsystem in Äthiopien als noch verbesserungswürdig. "Mein Doping ist mein Training, mein Doping ist Jesus. Ich bin sauber", sagte sie.
"Was da in der Weltspitze abgegangen ist, war so was von absurd. Wie wenn es als Vergleich in Europa über der Champions League noch etwas anderes gibt. Außerordentliches Talent, jahrelanges Training, verletzungsfrei geblieben - ich hoffe, das ist so", sagte Wenths Trainer Karl Sander zur APA. Er habe sich das Rennen mit Jenni angesehen und der Satz "absurd, was da abgeht" sei mehrmals zwischen ihnen gefallen.
Seine vor dem "Lebenstraum" stehende Athletin hat er versucht, gut auf die frühe Startzeit einzustellen. Nach der Laufeinteilung werde man die Taktik festlegen. "Die Vorbereitung war wegen der Verletzung schwierig, aber gut", befand er.
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