Überraschendes Comeback für eine österreichische Motorradmarke

HMW kommt wieder und man bietet günstige Mobilität auf zwei Rädern an - sowohl elektrisch als auch klassisch motorisiert.
HMW Mobility

Zusammenfassung

  • Die österreichische Motorradmarke HMW feiert ihr Comeback und bietet günstige Mobilität auf zwei Rädern – sowohl elektrisch als auch klassisch motorisiert.
  • Die Modellpalette umfasst 125-ccm-Verbrenner (Classic, Sprint, Gravel) ab 2.699 Euro sowie elektrische Modelle (ConnE Roller, FoxE) ab 5.199 Euro, die in China produziert werden.
  • HMW plant den Ausbau des Händlernetzes in Österreich, eine Expansion ins Ausland und kooperiert mit der Masters of Dirt World für Testmöglichkeiten.

In den Anfängen der Marke ging es darum, Österreich wieder mobil zu machen. Das war in den 1940er-Jahren nach dem Krieg, als Konstrukteur Anton Fuchs 1946 einen kleinen Motor entwickelte, der an ein Fahrrad angebracht werden konnte. Der passende Werbeslogan lautete: "Mühselig treten war’s zuvor, jetzt fährt sich’s leicht mit Fuchsmotor“. Von Niederösterreich, wo man zunächst produzierte, übersiedelte man nach Hallein (in die leeren Hallen eines früheren Rüstungsbetriebs) und es wurden 1948 die Halleiner Motorenwerke, kurz HMW, ins Leben gerufen.

Es blieb nicht bei den Motoren fürs Fahrrad. Mit der Foxinette brachte man Anfang der 1950er Jahre ein Motorfahrrad und später das erste Moped. In den 50er-Jahren brummte das Geschäft und die Nachfrage nach Zweirädern war enorm. Ende der 1950er stieg HMW auch in das Roller-Geschäft ein – mit dem Conny-Roller (benannt nach dem Filmstar Conny Froboess). Da war HMW bereits wieder nach Kottingbrunn in Niederösterreich übersiedelt. Die Stückzahlen gingen allerdings zurück und im Mai 1962 verließ das letzte Moped der Halleiner Motorenwerke die Fabrik. 128.175 Mopeds waren von HMW in der Zeit des Bestehens gefertigt worden.

HMW Mobility

HMW Conny aus den 1950ern

2023 wurde die Marke als HMW – Next Generation Mobility wiederbelebt. HMW neu ist eine österreichische Marke, die ihre Heimat seit kurzem in Stetten/Niederösterreich gefunden hat. Die Bikes werden in Österreich designt und entwickelt, aber nicht produziert. Das passiert in China. „Wir haben in China die beste Supply-Chain und höchste Industriealisierung und können so kostengünstig und schnell unsere Produkte auf die Straße bringen“, erklärt der Mitbegründer und Geschäftsführer von HMW, der ausgebildete Industriedesigner Michael Hofbauer. „Es heißt aber nicht, dass wir das immer so machen wollen“, so Hofbauer weiter. 

Die Aufteilung der Modellpalette ist interessant – auf der einen Seite bietet man klassische Motorräder mit Verbrenner, allesamt mit 125-ccm-Motor, an und auf der anderen Seite elektrische Bikes. Classic, Sprint und Gravel heißen die 125er und die Preise liegen bei günstigen 2.699 bzw. 2.799 Euro.

HMW Mobility

HMW Gravel

Auf der anderen Seite gibt es die elektrischen Modelle und deren Namen sind an die historischen Mopeds bzw. Roller der Halleiner Motorenwerke angelehnt. So bietet man einen ConnE Roller und die Enduro-ähnliche FoxE an – ein „Vehikel, das Spaß machen soll“, so Hofbauer. Um das Gerät für junge Kunden interessant zu machen, ist die FoxE auch als L1e-Version (bis 45 km/h) zu haben. Die Backyard-Version der FoxE ist bis zu 80 km/h schnell. Die elektrischen Bikes von HMW kosten 5.199 Euro.

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HMW FoxE

Aktuell hat man 12 Händler in Österreich, das Netz soll aber noch weiter ausgebaut  werden und man denkt auch an eine Expansion ins Ausland. Haupthändler und Lead-Investor bei HMW ist die Firma RBO Ing Stöckl in Stetten. Man hat mittlerweile auch eine Partnerschaft mit der Masters of Dirt World in Korneuburg verkündet, einer Strecke für elektrische Moto Cross Bikes, wo die HMW Modelle ausgeliehen und getestet werden können.

Info: hmw-mobility

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