Meinung
11/16/2019

Zurück zu den Wurzeln

Gegen übermächtige Konkurrenz hilft die Rückbesinnung auf die eigenen Stärken. Mit dem Vorteil, dass das Persönliche, Nahe gerade ’in’ ist.

von Sandra Baierl

Philipp Maderthaner hat eine hohe Meinung von Österreichs Klein- und Mittelunternehmen. Sie wurden alle mit viel Hingabe und Engagement gegründet, mit Gründergeist. Egal, ob dieses Unternehmen hundert Jahre alt ist oder zwei Wochen. Da ist was dran.

Denn irgendwann kam das Internet und mit ihm der Weltmarkt in unser Wohnzimmer. Globale Händler brechen seither Marktstrukturen auf, machen ganze Branchen kaputt. Sie zerschlagen Geschäftsmodelle, weil ihr unternehmerischer Ansatz ein anderer ist (Stichwort: Plattform-Ökonomie).

Sie sind schneller, billiger, lauter, weil ihre Firmenstrukturen anders sind, ihre Produktionsstätten in Billiglohnländern liegen, sie andere Mittel haben und andere Wege beschreiten. Oft sind sie auch skrupelloser und nur selten nachhaltig.

Wie Österreichs Unternehmer darauf reagieren sollen?

Mit ihrer eigenen Strategie, die sich auf ihre eigenen Stärken konzentriert. Und die ein seit jeher gültiges Gesetz nützt: nämlich die Tatsache, dass jeder Trend auch immer einen Gegentrend hat. Dass jede Marktentwicklung ihren Auf- und Ab-Zyklus hat – und es gegen übermächtige Goliaths nur einen Weg geben kann: persönliche Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die das Extra an Nähe und Authentizität haben. Denn das macht den Unterschied in der globalisierten, anonymen Businesswelt, in der die Menschen wieder das Nahe suchen.

Dieser Geschäftsansatz ist wahrlich keine Raketenwissenschaft. Maderthaner spricht von der Ur-DNA der Unternehmen, die es gilt, wieder freizulegen. Ein Auftrag für heimische Firmen, die sich in den vergangenen Jahren zu stark verbogen haben. Die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln und Stärken ist für manche vielleicht die – sehr einfache – Rettung.