Meinung
07/13/2019

Woher wissen wir, was morgen gilt?

Noch 167 Jahre bis zur Gleichberechtigung? Was wir trotzdem tun können, damit die nächste Generation auf den richtigen Weg kommt.

Mit 20 gab es keinen Zweifel: alle Wege stehen offen, wenn man nur will. Mit 30 war klar: wer hart arbeitet, kommt voran, wird als wertvolle Arbeitskraft im Unternehmen geschätzt. Jetzt, mit 40 Plus, weiß ich: viel arbeiten und viel in den Job investieren hält einen ganz gut im Spiel. Aber damit die Karriere ordentlich abhebt, dafür braucht es etwas ganz anderes. Dafür braucht es Kenntnis über die hintergründigen und informellen Mechanismen der Arbeitswelt.

Gleichberechtigung erst in sieben Generationen

Meine Tochter ist zehn Monate alt. Und oft frage ich mich: was kann ich ihr mit auf den beruflichen Lebensweg geben? Wie werden Welt und Wirtschaft ticken, wenn sie in 15, 20 Jahren (also im Jahr 2033 ff.) den Schritt in Richtung Arbeitsmarkt macht? Ist Gleichstellung von Frau und Mann dann für sie überhaupt noch ein Thema?

Geht es nach dem World Economic Forum, dauert es noch 167 Jahre – oder sieben Generationen – bis wir tatsächlich in einer Welt leben, in der beide Geschlechter die gleichen Chancen haben... Also doch ein paar Erfahrungswerte von der Generation X an die 2018-Geborene – auch, wenn diese aus den Erkenntnissen der Vergangenheit stammen?

Drei wichtige Tipps

Aus heutiger Sicht sind die drei wichtigsten Tipps: Wähle die richtige Ausbildung, lerne die richtigen Menschen kennen und positioniere dich in den Unternehmen an den richtigen Stellen.

Vor allem Ersteres müsste man als Mutter positiv beeinflussen können (so meine gutgläubige Annahme) – wir werden also viel Zeit im Technischen Museum, in der Auto-Werkstatt vom Opa und mit Zahlen und Rechnern verbringen. Auf dass das Interesse für MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – entflammt wird. Alles Weitere passiert dann eh von selbst ... vorausgesetzt, die heutigen Trends entwickeln sich linear weiter.

Aber wer weiß das schon?