Meinung
10/17/2020

Weil immer was geht

Immer ist alles unsicher – so ist das auch im Job- und Wirtschaftsleben. Das gibt Anlass zur Hoffnung.

von Sandra Baierl

Wir leben mit vielen Unsicherheiten. Das war schon immer so – und es ist gut so.

Das ist die zufriedenstellende Erkenntnis, wenn man dem Vortrag der Philosophin Natalie Knapp folgt. Sie spricht eindrücklich über Unsicherheiten und das Leben. Welche Möglichkeiten sich daraus ableiten lassen. Und verkehrt – hypothetisch – die Welt: Was wäre, wenn alles sicher und damit vorgegeben wäre, das Leben bis ins Detail vorgezeichnet? Es wäre kein Leben, und es gebe tragischerweise auch keine Hoffnung. Denn erst die vielen unsicheren Möglichkeiten des Universums, die Tatsache dass sich unzählig viele Teilchen mit unzählig vielen anderen Teilchen formieren können, ergeben die Chance auf etwas unvorhersehbares Neues. Das macht das Leben aus.

Was man daraus für den Job ableiten kann? Dass es auch dort keine Sicherheiten gibt, dass Veränderungen (leider oder zum Glück) dazu gehören. Das ist in angespannten Wirtschaftszeiten, die noch unsicherer sind als sonst, kein Umstand, den man sich im ersten Moment wünscht. Aber eine Realität, der man besser ins Auge sieht.

Interessant ist, dass plötzliche Veränderungen bei den meisten Menschen fast immer zuerst ein negatives Gefühl auslösen, sich mit der Zeit aber in den meisten Fällen etwas Positives daraus ableiten lässt. Nicht, wenn es um Krankheit und Tod geht, das ist immer schrecklich und nie positiv, aber im Job und in Karrieren kommen mit Veränderungen immer neue Chancen, neue Menschen, neue Möglichkeiten ins Spiel, die man nützen und zu etwas Gutem entwickeln kann. Wenn dann noch das ziemlich gute Sicherheitsnetz des Sozialstaats den Notfall abfedert, könnte man sich gedanklich eigentlich gut auf die Eventualitäten des Lebens einstellen. Und die Unsicherheiten als spannende Wendungen nehmen.

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