Meinung
04/17/2021

Warum Unternehmen in den Nachwuchs investieren müssen

Lehrlinge, Praktikanten, junge Auszubildende: Unternehmen vergessen in der Krise auf die Nachwuchsarbeit. Dieses Versäumnis schlägt zurück.

von Sandra Baierl

Der Arbeitsmarkt ist seit einem Jahr mehr als angespannt. Hohe Arbeitslosigkeit, viele Menschen in Kurzarbeit, der Einstieg in den Jobmarkt bzw. der Umstieg gestalten sich schwierig. Das trifft die Jungen besonders hart.

Wer jetzt eine Lehrstelle sucht, oder einen Ferialjob, oder als Maturant oder Akademiker eine fixe Arbeit, steht oft vor verschlossenen Türen oder verwaisten Büros. Anfragen bleiben unbeantwortet, weil viele Unternehmen so stark in ihrem Krisenmodus verfangen sind, dass sie auf die Nachwuchsarbeit vergessen.

Ein Fehler, der sich mittelfristig rächen wird. Nachwuchsarbeit ist wichtig, gerade jetzt in der Krise. Unternehmen, die es verabsäumen, sich im Unterbau zu verjüngen und zu erneuern, werden dieses Personalloch bald zu spüren bekommen.

Investieren für die Zeit danach

Dann nämlich, wenn die Wirtschaft wieder anspringt (und das wird sie – Gastronomiebetriebe in England verzeichnen Rekordumsätze mit ihren wieder eröffneten Gastgärten; die Pubs sind im Voraus auf Wochen ausgebucht), wenn Bestellungen und Nachfrage anziehen, werden gute Mitarbeiter dringend benötigt. Antizyklisch agieren ist angesagt, jetzt investieren für die Zeit danach.

Diesen Ansatz könnte man auch für das MAN-Werk in Steyr verfolgen. Das Marktversagen müsste die öffentliche Hand ausgleichen und aus dem Werk einen zukunftsfähigen Standort machen. Fokus auf alternative Antriebe für Nutzfahrzeuge. Nicht nur, weil es dort über 2.000 Beschäftige gibt, denen man hilft. Auch, weil die Region und die jungen Menschen eine Perspektive brauchen.

Mit einem Werk für E- und Wasserstoff-Motoren und einer angedockten Fachhochschule für Forschung und Entwicklung schafft man Werte für die Zukunft. Denn die Nachfrage nach leichten, alternativ angetriebenen Nutzfahrzeugen wird massiv steigen. Das Know-how von MAN wäre dafür eine sehr gute Basis.

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