Meinung
11/13/2021

Und ewig grüßt das Rollenbild

Ein Hausfrauendasein fristen? Abhängig sein? Passt nicht in unsere Zeit, ist aber oft zu finden. Weil es für starke Mächte so am besten passt.

von Sandra Baierl

Kolumnen zu Frauenthemen bringen mich regelmäßig in Not. Was schreiben und mit welchem Fokus? Den Finger in die Wunden legen oder Mut machen? So viele Themen wurden an dieser Stelle schon behandelt, über so viele Aspekte geschrieben – aber die Problematiken sind seit vielen Jahren unverändert. Wir reden von Frauen in schlecht bezahlten Branchen, Frauen in Teilzeit, Frauen, die nicht befördert werden, Frauen als Hauptversorgerinnen von Familie und Kinder, alleinerziehenden Frauen, Frauen in Abhängigkeit vom Mann, Frauen mit Mini-Pensionen, Frauen am Existenzminimum. In einem ersten Reflex möchte man hierzu sagen: sei stärker, setz dich durch, lass dir das nicht gefallen, orientiere dich um, sei nicht Opfer, plane besser, organisiere dich, sorge vor. Doch so einfach ist die Sache nicht.

Wir leben in einer Gesellschaft, die mehr Rahmen vorgibt, als man denkt als man denkt. Rollenbilder sind seit Jahrzehnten einzementiert und unverändert. Kinder werfen Frauen emanzipatorisch zurück, weil sie die Unabhängigkeit torpedieren und verwundbar machen. Im Beruf stoßen viele Frauen immer noch auf gläserne, faktische Grenzen, weil Männer sich durchsetzen und Frauen oft ausschließen, speziell in den höchsten Kreisen. Das ist alles historisch erklärbar, eine Folge von Jahrhunderten der Abhängigkeit und Unterdrückung. Und es ist immer noch Realität, nicht, weil Frauen sich gerne in einer Opferrolle sehen und tatenlos Dinge hinnehmen. Sondern, weil mächtige Kräfte gegen sie arbeiten.

Was ist also zu tun? Weiter die Augen offen halten und Dinge aufzeigen, wie das Erbe der Hausfrau, unsere heutige Covergeschichte. Und weiter dranbleiben beim Thema Rollenbilder: die sind nicht unveränderbar bis in alle Ewigkeit, sondern willkürlich und übergestülpt. Auflehnung erwünscht.

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