Meinung
01.07.2018

Gastkommentar von Rainer Nowak: Nachtigall Kickl

Kickl ließ im ORF-"Report" erkennen, dass er ein Problem mit investigativem Journalismus hat.

Gastkommentar von Rainer Nowak (Chefredakteur und Herausgeber "Die Presse")

Also sprach der Innenminister in der ORF-Sendung „Report“ zur Causa Bundesverfassungsschutz: „Dort wo nämlich Verunsicherung betrieben wird, das ist nicht das Innenministerium, das ist auch nicht die Justiz, sondern das sind selbst ernannte Aufdecker, das sind gewisse Medien, die sich jeden Tag darum bemühen, irgendwelche Dinge, die als geheim eingestuft sind, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, in die Öffentlichkeit zu bringen, und dort irgendwelche, sagen wir sehr sehr unvollständigen Darstellungen des tatsächlichen Sachverhalts zu geben.“

Nachtigall, ick hör dir trapsen. Das ist noch kein Anschlag auf die Medienfreiheit, zeigt aber, dass Kickl ein Problem mit investigativem Journalismus hat. Da in der BVT-Causa mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde, darf ich hier eine Feststellung machen, die Kollegen wie Christian Rainer („Profil“), Helmut Brandstätter („Kurier“) und Esther Mitterstieler („News“) teilen: Kickl spielt mit subtilen Drohungen und dem Feuer. Eine Hausdurchsuchung in einer Redaktion oder Ermittlungen gegen investigative Journalisten wird es nicht geben. Das würden wir niemals akzeptieren. Das ist Österreich.