Meinung
04/11/2020

Künftig gemeinsam einsam

Wo viele Menschen, da viele Möglichkeiten zur Ansteckung: Wie werden wir künftig im Großraumbüro miteinander arbeiten?

von Sandra Baierl

Das Großraumbüro war die Antwort auf so viele Anforderungen modernen Arbeitens: günstig, weil viele Menschen auf möglichst wenig Raum untergebracht werden; flexibel, weil im offenen Raum Arbeitsplätze leicht verschoben werden können; kommunikativ, weil keine Trennwände die schnelle Ansprache stören.

Und auch, wenn der Großraum nie der Mitarbeiter größter Traum war, für viele Firmen war es ein willkommenes Konzept. Weshalb in den vergangenen Jahrzehnten auch in Österreich umgebaut und umgezogen wurde – auch die vielen Co-Working-Spaces und Start-up-Buden in den Städten folgten diesem Trend.

Und jetzt?

Jetzt ist auf einmal alles anders. Aktuell herrschen immer noch landesweit Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice ist unser Alltag. Was aber, wenn wir ab nächster Woche das Land und seine Wirtschaft langsam wieder hochfahren? Es auch Überlegungen geben muss, wie wir die Mitarbeiter wieder in die Büros bringen, zum Arbeiten zusammenbringen?

Dann wird das Konzept des Großraumbüros einer neuen Prüfung unterzogen: Wie wird man Abstand halten, wenn die Schreibtische aneinander stehen und Rufdistanz plötzlich Ansteckungsdistanz ist?

Konzepte für das Danach gibt es noch nicht. Vielleicht darf – jedenfalls für die erste Zeit danach – nur jeder zweite Schreibtisch besetzt werden; vielleicht sitzen die Mitarbeiter künftig ganztags und ganzjährig maskiert im Büro; vielleicht wird uns das Homeoffice viel länger begleiten als gedacht; vielleicht fliegen täglich Wolken an Desinfektionsmittel durch die Räume.

Oder aber: Wände kommen wieder. Als Abschirmung voneinander und zum Schutz vor Husten, Niesen, Virusflug. Keine schöne neue Welt, aber wohl notwendige Ableitungen aus dem Covid-Drama.

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