über Schulden und Investitionen
05/27/2016

Höhere Schulden? Ja, so schaut es aus

Mehr Arbeitsplätze werden wir nur durch zusätzliche Investitionen bekommen. Aber wer hat das Geld dafür?

von Helmut Brandstätter

Mehr Arbeitsplätze werden wir nur durch zusätzliche Investitionen bekommen.

Dr. Helmut Brandstätter | über Schulden und Investitionen

Die KURIER-Redakteure mussten im Gespräch mit Bundeskanzler Kern drei Mal nachfragen, bis er meinte: höhere Schulden? "Das mag vorübergehend sein, aber nur für Investitionen in die Zukunft." Die Vorsicht ist angebracht. Ein Tipp für Masochisten ist die Website staatsschulden.at, wo man zusehen kann, wie die Schuldenlast jede Sekunde steigt: Die Zahl 292.473.305.858 erschien zu Beginn dieses Leitartikels, rund 70.000 Euro pro Kopf jedes Erwerbstätigen.

Einen völlig anderen Blick bietet Richard Koo, Chefökonom eines japanischen Instituts: Er verlangt im Gespräch mit dem Magazin Spiegel, dass europäische Regierungen höhere Schulden machen müssten, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das gelte insbesondere für Staaten mit hohen privaten Ersparnissen. Koo begründet den Aufstieg der populistische Parteien in Europa genau damit, dass der private Sektor die Wirtschaftskrise nach 2008 noch immer nicht überwunden hat. Europa hat heute 5 Millionen mehr Arbeitslose als vor 2008.

Nun wird es darauf ankommen, dass zusätzliche Euros sinnvoll investiert werden. Wie wir aus dem Bildungssektor wissen,wird dort besonders viel Geld besonders ineffizient ausgegeben. Aber die Finanzierung von guten Ideen und jungen Firmen scheitert oft an den immer strenger werdenden Vorschriften für die Banken, sicherlich auch am mangelnden Spirit für junge Unternehmer in unserem Land und an den horrenden Arbeitskosten.

Noch mehr Schulden und so weitermachen – bitte nicht. Aber wenn mehr geborgtes Geld nur eine Maßnahme von vielen ist, dann sollte die Regierung nicht nur auf die strengen Maastricht-Kriterien achten. Der Schuldenstand am Ende des Artikels: Über 48.000 Euro mehr.

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