über das Nein Israels zu Kontakten mit der FPÖ
01/04/2017

Blaue Philosemiten bleiben "scheinheilig"

Israel bekräftigt Kontaktsperre mit FPÖ. Sie muss erst zu Hause beweisen, dass sie aus der Geschichte gelernt hat.

von Josef Votzi

Antisemiten von gestern als Philosemiten in Blau? Die FPÖ muss erst beweisen, dass sie aus der Geschichte gelernt hat.

Josef Votzi | über das Nein Israels zu Kontakten mit der FPÖ

Sein Vorbild Jörg Haider hatte mit seinen Aussagen zur Beschäftigungspolitik im Dritten Reich bewusst provoziert – und spielte wiederholt mit dem Feuer des Antisemitismus. Heinz-Christian Strache inszeniert sich seit einigen Jahren mit Besuchen in Israel als Freund der Juden – zuletzt auch mit einem versuchten gemeinsamen Schulterschluss gegen die Moslems. Israel hat diese zunehmend aufdringlichen Avancen nie erwidert und jeden offiziellen Kontakt mit der FPÖ abgelehnt.

Dass der israelische Staatspräsident nun in einem offiziellen Brief (siehe Bericht rechts) diese Haltung bekräftigt, ist dennoch eine kalte Dusche für die Blauen.

Die FPÖ wird sich eine neue Strategie einfallen lassen müssen, als regelmäßig ein Flugticket zum Besuch der Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem zu buchen. Mit der erhofften Unbedenklichkeitsbescheinigung als Philo- statt Antisemiten in Blau wird es so nichts. Für die Reinwaschung vom historischen Ballast des blauen Antisemitismus braucht es mehr. Die FPÖ muss sich fragen, warum Gaskammern-Leugner nach wie vor gerne bei ihr Unterschlupf suchen und warum sich auf Straches Facebook-Seite Rassisten und Hetzer heimisch fühlen. Sie muss so erst zu Hause zu zeigen, was sie tut, um sich von heutigen Vorboten eines neuen Faschismus nachhaltig zu befreien.

Bis dahin stehen Besuche in Israel nicht nur dort unter Verdacht, daheim billig Punkte machen zu wollen.

Jörg Haider hatte gegen den damaligen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, noch offen so gehetzt: "Wie kann jemand Ariel heißen, der soviel Dreck am Stecken hat?". Der Ghostwriter unverblümt antisemitischer Haider-Sentenzen wie dieser, Herbert Kickl, schreibt jetzt die Reden für Strache und ist heute zudem Generalsekretär der vorgeblichen Staatspartei FPÖ.

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