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01.03.2013

Ja sagen, Nein sagen, selbst bestimmen

Zur Beruhigung: Die meisten wissen es nicht – weder, was sie werden wollen, noch, wie sie leben möchten.

Mag. Sandra Baierl | Woher man weiß, was man will?

Der eine Bruder wusste von Anfang an, dass er ein Chef und reich werden wollte. Für den anderen wurde schnell klar, dass das nicht sein Weg sein konnte. Er entschied sich für ein einfaches Leben, bescheiden und naturnah, wollte nicht getrieben sein von Arbeit, Besitz und Status, weil der Verzicht für ihn bedeutete, mehr zu leben.

Die Halbbrüder Hans Adelmann und Frank Stronach haben sich für extrem konträre Lebensentwürfe entschieden. Beide wussten schon sehr früh, wohin sie steuern wollten – und haben die Weichen für ihr jeweiliges Leben auch schon früh gestellt. Frank ist heute Milliardär, Hans lebt bodenständig.

Was ist wichtig?

Woher weiß man, was man werden will? Und vielmehr noch, wie man einmal leben möchte? Zur Beruhigung: Die meisten wissen es nicht – weder, was sie werden wollen, noch, wie sie leben möchten. Pilot oder Politiker? Reisen oder ruhen? Pool oder Porsche? Kinder oder Kanarienvogel? Wohnung oder Villa? Oder alles zusammen? Manche finden gar nie heraus, was sie möchten. Den Allermeisten passiert das Leben, da spielt eines ins andere, ergeben sich Möglichkeiten oder bauen sich anderswo Barrieren auf. Man findet seinen Weg durch die komplizierte Welt, im Bestfall findet man auch noch sich selbst und ein Umfeld, in dem man gerne lebt.

Was man sich vor Augen halten sollte: Für den Lebensweg und folglich auch für das eigene Glück ist jeder selbst zuständig. Man gestaltet sein Leben und kann, innerhalb eines Rahmens (und sogar der ist mit viel Kraft zu durchbrechen), bestimmen, wohin man will. Auch Nein sagen, ablehnen und verweigern ist drin. Verwunderlich, dass es Menschen gibt, die nicht aus ihrem Hamsterrad ausbrechen, obwohl sie in ihrem Job oder unter der Familienkonstellation leiden. Und auch, dass manche so wenig aus sich machen, obwohl sie so viel könnten.