hund & HERRL: "Smoothie"

hund & HERRL: "Smoothie" © Bild: KURIER

Niemand schaut so innocent drein wie der Barolo.

Wir saßen im Café und sprachen über dies und das, zum Beispiel Smoothies. Ich ärgerte mich gerade, dass mein Lieblingssmoothie, der grüne, "Kiwi, Apfel und Limette", bei meinem Lieblingsbilla in Wien Mitte nicht erhältlich ist, und die Herrschaften von "Innocent", mit denen ich am Tisch saß, versprachen, sich darum zu kümmern. Großartiger Erfolg. Sollte ich in Zukunft meinen liebsten Sommersnack im Kühlregal vorfinden, bloß weil ich gesagt hatte, dass er mir fehlt? Ich fühlte mich wichtig. Die Herrschaften von "Innocent" bestanden aus Franz und Line, die in hohem Ausmaß hundefreundlich ist, also fühlte sich auch mein Hund Barolo wichtig. Er wurde gestreichelt und geherzt, die helle Hose der Streichlerin trübte sich konsequent ein. Dann legte sich mein Hund neben den Tisch und döste die Unterhaltung weg. Er ist grundsätzlich an Gesprächen über Lebensmittel sehr interessiert. Smoothies jedoch zählen nicht zum engeren Interessensgebiet, solange "Innocent" an keinem "Käse, Speck und Salami"-Smoothie bastelt. Am Nebentisch frühstückten zwei freundliche Damen. Ihnen galt rasch die Aufmerksamkeit des Hundes, und während wir gerade den ökologischen Fußabdruck von Smoothies diskutierten, drang plötzlich ein heftiges Schlapp-Schlapp an unsere Ohren. Das war der Barolo. Er leerte ein Wasserglas, das ihm eine der Damen entgegenhielt, und ich habe keine Ahnung, was er vorher schon eingeheimst hatte, klar war nur: er hatte in Windeseile ihr Herz gewonnen. Franz und Line waren einig, dass man von meinem Hund etwas lernen kann. Niemand schaut so innocent drein wie der Barolo.

Erstellt am 05.12.2011