Pangls kurze Leine
Seine Bilanz spiegelt das visionslose Wirken der 20 Vereinsbosse wider
über Ex-Bundesliga-Vorstand Georg Pangl
Unter Georg Pangl ist die Bundesliga-Geschäftsstelle finanziell gesundet. In Erinnerung bleibt hingegen der aktuelle Absturz: Beim Wettskandal wurde das Offensichtliche so lange geleugnet, bis dem Vorstand der Durchblick abgesprochen wurde. Dass Anpfiffzeiten im Dezember um 20.30 Uhr ein Problem sind, wurde erst erkannt, als die Fans zu Hause blieben. Bei der Frage der fehlenden Rasenheizungen wurde nur heiße Luft produziert. Und: Das ewige Schönreden der Wirkung der Liga kommt auch nicht gut, wenn die beiden Hauptsponsoren aufhören und die zweite Spielklasse gar seit über drei Jahren auf Geldgeber warten muss.
Doch, halt – das soll keine Abrechnung mit Pangl werden. Seine Bilanz spiegelt das visionslose Wirken der 20 Vereinsbosse wider. Der Vorstandsposten ist zwar gut bezahlt, aber neben einem Liga-Präsidenten mit Fettnapf-Gefahr besonders undankbar.
Mehr zu sein als ein Erfüllungsgehilfe der auf sich selbst schauenden Klubpräsidenten – dazu fehlte Pangl die Kraft. Es drängt sich der Vergleich zum ÖVP-Obmann auf, den sich die Landeshäuptlinge an der kurzen Leine halten.
Helfen kann nur ein Neustart. Am besten mit einem Manager, der nicht nur von Seilschaften getragen wird. Dass ein Könner abseits der üblichen Verdächtigen die in Österreich besonders verkrusteten Strukturen aufweichen kann, hat der ÖFB vorgezeigt. Durch die Verpflichtung und mit der Vertragsverlängerung von Marcel Koller.
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