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Meinung
03/11/2020

US-Vorwahlen: Ist die Zeit der Träumer und Scharlatane vorbei?

Joe Biden mag fad sein - aber der vermutliche Herausforderer Donald Trumps ist politischer Profi. Gut, wenn Profis aufs politische Parkett zurückkehren.

von Andreas Schwarz

Er hat private Tiefschläge erlitten (erste Frau und eine kleine Tochter starben bei einem Autounfall, ein Sohn an Hirntumor) und berufliche (zwei Anläufe zur Präsidentschaftskandidatur scheiterten). Jetzt scheint Joe Biden auf der Zielgeraden, im Herbst den scheinbar Unschlagbaren im Weißen Haus herausfordern zu können.

Scheinbar, weil der Hauptgrund für eine Wiederwahl Donald Trumps, die brummende Wirtschaft, in Corona-Zeiten ins Stottern kommt. Das Vertrauen in ihn ebenso. Und weil Biden, den Trump als „schläfriger Joe“ verspottet, für die Amerikaner der wählbarste Demokrat ist. Der linke Träumer Bernie Sanders hätte keine Chance gehabt.

Vielleicht ist der Biden-Erfolg bei den Vorwahlen ja ein Zeichen über die USA hinaus: Jahrelang dominierten Scharlatane, Radikalinskis und Träumer Wahlen rund um den Globus, von Trump über Grillo/Salvini bis zu Boris Johnson. Wenn die politische Spielwiese wieder mehr von politischen Profis als von erratischen Selbstdarstellern besetzt würde, wäre das für Schenkelklopfer auf der Galerie zwar „fad“, aber für die Welt von Vorteil.

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