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Meinung
10/20/2019

Geöffnet hat die SPÖ nur den Giftschrank

Für den Beobachter bleibt nur das Staunen über den roten Funktionärsintrigenstadel.

von Bernhard Gaul

Die übergeordnete Frage für die Sozialdemokraten, in welche Richtung man sich nun orientieren sollte, scheint beantwortet: Nach unten, Richtung deutscher SPD, die laut Umfragen nur mehr knapp über zehn Prozent dahinvegetiert. Wer hätte gedacht, dass nach dem Wahldesaster mit 21,2 Prozent nicht über „Luft nach oben“ für Österreichs einst stolze Sozialdemokratie spekuliert werden kann, sondern ganz viel Luft nach unten offensichtlich wird.

„Die Richtung stimmt“ hatte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner am Wahlabend den deprimierten Gefolgsleuten im „Festzelt“ zugerufen. Erst ein paar Tage später stellte sie klar, dass sie damit nicht das dicke Minus vor dem Wahlergebnis gemeint hat, sondern „dass wir für die richtige Sache kämpfen“.

Eine „Öffnung der Partei“ versprach sie, „ohne Tabus“. Tatsächlich geöffnet wurde aber nur der Giftschrank, wie der Angriff aus der Löwelstraße auf den Steirer Max Lercher zeigt. Inzwischen versucht Bundesgeschäftsführer Deutsch, den nicht wenige in der SPÖ hinter der Intrige vermuten, das Ganze wieder einzufangen: Er habe korrekt gehandelt.

Dabei ist egal, ob das alles nur Intrige und Gegenintrige ist: Für den Beobachter bleibt nur das Staunen über den roten Funktionärsintrigenstadel – noch fataler ist nur, dass die Chefin hilflos wirkt.

Dabei stehen wieder Wahlen vor der Tür, in der Steiermark, im Burgenland, und auch im Bund können solche im Frühjahr nicht mehr ausgeschlossen werden, angesichts der bisher freudlosen Annäherung von Türkis und Grün. Letztere können angesichts der roten Suizidkampagne schon einmal das Mineralwasser kalt stellen.

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