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Meinung Gastkommentar
01/08/2022

Teure Staus am Weltmarkt

Covid hat die Inflationsbombe der Notenbanken scharf gemacht

Verbraucher sind die Qual der Wahl gewohnt, wenn es um den Einkauf geht. Doch bei vielen Produkten hei√üt es derzeit: Bitte warten. Egal, ob man den Kauf eines neuen Autos, eines neuen K√ľhlschranks oder einer neuen Spielekonsole plant. Man muss h√∂here Preise in Kauf nehmen und froh sein, wenn man √ľberhaupt noch eines der raren Produkte ergattern kann. Oder man stellt sich auf lange Lieferzeiten ein ‚Äď Weihnachten rief das vielen schmerzlich in Erinnerung.

Verantwortlich daf√ľr sind zum einen die gro√üen Verwerfungen auf den globalen Lieferketten. Zwar ist der Suezkanal seit Monaten wieder befahrbar. Doch die internationale Schifffahrt ist nach wie vor durch Corona mit gro√üen Problemen konfrontiert, die den Betrieb immer wieder ins Stocken geraten lassen. Durch die Omikron-Variante k√∂nnte sich das im kommenden Jahr sogar wieder verschlimmern. Dadurch fehlen auch bei uns viele Produkte. Doch das sp√ľrt derzeit nicht nur der Verbraucher. Auch die Unternehmer sind beim Bezug von wichtigen Vorprodukten mit Schwierigkeiten konfrontiert. So warten Unternehmen auf dringend ben√∂tigte Chips und Halbleiter. Gleichzeitig steigt die Nachfrage rasant an. Immer mehr Produkte bekommen eine Digitalisierungskur verpasst, seien es Fernseher, Autos oder sogar K√ľhlschr√§nke. Doch auch der Trend zu mehr Homeoffice, die wachsende Gamingbranche und die Sch√ľrfer von Kryptow√§hrungen erh√∂hen die Nachfrage.

Sie erhöhen...

Und wie reagieren Produzenten, deren Produkte so gefragt sind, dass sie ihnen geradezu aus den Händen gerissen werden? Sie erhöhen die Preise. Erst recht in einem Umfeld der permanent offenen Geldschleusen.

Es zeigt sich jetzt, dass die zinsfreie Finanzierung der Staaten ihre Folgen hat. Die Pandemie hat die Inflationsbombe scharf gemacht, die die Notenbanken seit 2008 gelegt haben. Holz, Stahl, Chips: Alles wird teurer. Nicht zuletzt die Energie.

F√ľr Betriebe macht sich das schnell bemerkbar. Doch auch bei den Verbrauchern ist an der Zapfs√§ule oder durch einen Brief vom Stromanbieter die Preiserh√∂hung bereits augenscheinlich geworden. Allein durch die Staus auf den Weltmeeren wird die Teuerung heuer rund 0,25 bis 0,4 Prozentpunkte h√∂her ausfallen. Materialknappheit und hohe Energiepreise schaden der √∂sterreichischen Wirtschaft. Besonders betroffen sind die Automobilsparte und ihre Zulieferunternehmen.

Der Anstieg der Energiepreise wird sich noch mindestens bis ins n√§chste Jahr fortsetzen. F√ľr den Verlauf des weiteren Aufschwungs ist es aber noch wichtiger, wann sich die Probleme im Zusammenhang mit Lieferketten und Materialknappheit l√∂sen werden. Leider ist zu bef√ľrchten, dass uns diese Thematik noch √ľber das kommende Jahr hinaus begleiten wird.

Marcell G√∂ttert ist √Ėkonom beim wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria.

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