© Sabine Klimpt

Gastkommentar

Gut und hochverdient

Die Unis bekommen erfreulicherweise mehr Budget

12/19/2022, 01:36 PM

Eine Teuerungsrate um die 10 Prozent stellt f√ľr jede Institution eine finanzielle Herausforderung dar. Das gilt f√ľr √∂ffentliche Einrichtungen, und es gilt besonders f√ľr die Universit√§ten. Sie haben die Verantwortung f√ľr Bildung und Ausbildung der nachfolgenden Generation, sie arbeiten in den Zukunftsfeldern Forschung und Entwicklung, und sie sind Arbeitgeber f√ľr die Universit√§tsbediensteten einschlie√ülich des wissenschaftlichen Nachwuchses. Daher ist es nicht nur legitim, sondern schlichtweg erforderlich, dass die Universit√§ten ihren Finanzbedarf klar zum Ausdruck bringen. Und das haben sie mit Erfolg getan.

Die Universit√§ten werden im Rahmen dreij√§hriger Leistungsvereinbarungen finanziert. Zum Zeitpunkt des Abschlusses f√ľr die laufende Periode von 2022 bis 2024 ist man von einer Inflation von ca. zwei Prozent ausgegangen. Aufgrund der aktuellen Teuerung erhalten die Unis f√ľr 2023 nun 400 Mio Euro zus√§tzlich ‚Äď eine Steigerung um zehn Prozent.

Sorgf√§ltig wirtschaftende Unis haben zudem bereits eine R√ľckstellung im Ausma√ü der urspr√ľnglichen Inflationsannahme get√§tigt, sodass die tats√§chliche nominelle Budgetsteigerung von 2022 auf 2023 ca. 12 Prozent ausmacht. Mit diesen 12 Prozent ist man √ľber der Inflationsrate und jedenfalls deutlich √ľber dem antizipierten Lohnabschluss von sieben bis acht Prozent ‚Äď was sich wohl manch andere Institutionen und Betriebe w√ľnschen w√ľrden. Au√üerdem wurde zugesagt, dass man sich im Laufe des kommenden Jahres ansehen werde, was 2024 noch notwendig werden k√∂nnte ‚Äď und da wird sicher Weiteres erforderlich sein.

Die Universit√§ten sind aufgrund des Anteils von Personalkosten, Mieten und Energiekosten unterschiedlich betroffen. Daher werden die Budgets der Unis einzeln betrachtet und f√ľr jede die passende L√∂sung gesucht.

Somit ist √∂ffentlicher Alarmismus wie etwa die Andeutung, dass es in absehbarer Zeit keine Technische Universit√§t Wien mehr geben w√ľrde, fehl am Platz.

Das zus√§tzliche Geld f√ľr die Universit√§ten ist nicht blo√ü notwendig, sondern auch hochverdient. Die Unis haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehr als ihre Hausaufgaben erf√ľllt. Heuer sind erstmals drei √∂sterreichische Universit√§ten im renommierten Times-Higher-Education-Ranking unter den Top 200 weltweit ‚Äď die Uni Wien, die Med Uni Graz und zuletzt auch die Med Uni Wien. Ermutigend ist auch der k√ľrzlich an Anton Zeilinger verliehene Nobelpreis.

Das ist nat√ľrlich eine h√∂chst pers√∂nliche Leistung des Laureaten, aber dass eine solche Entwicklung auf heimischem Universit√§tsboden wieder m√∂glich ist, stimmt zuversichtlich.

Das Budget der Bundesregierung verfolgt die √ľbergeordneten Ziele Krisenbew√§ltigung und Zukunftsinvestition. Die Aufstockung des Universit√§tsbudgets ist beides.

Josef Smolle lehrt an der Medizinischen Universit√§t Graz und ist Nationalratsabgeordneter der √ĖVP

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