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Meinung Gastkommentar
04/03/2021

Chance auf Top Ten lebt

Jetzt braucht es eine nachhaltige Wachstumsstrategie

Die österreichische Wirtschaft hat durch Corona den stärksten Einbruch in der Zweiten Republik erfahren. Nur durch massive Hilfen der Bundesregierung konnte die Liquidität der Betriebe gesichert werden. Was es aber jetzt für ein Comeback der Wirtschaft braucht, ist eine investitionsgetriebene Wachstumsstrategie.

Die Investitionsprämie war goldrichtig und wird ein Investitionsvolumen von rund 30 Mrd. Euro bewirken. Eine umfassenden Offensive bei Digitalisierung, Technologie, Innovation und Klimaschutz erfordert aber mehr, nämlich ein Maßnahmenpaket für eine Eigenkapitalstärkung mit einer Abschaffung der steuerlichen Diskriminierung des Eigenkapitals durch Einführung fiktiver Eigenkapitalzinsen. Dazu Schaffung eines Investmentfonds für Risikokapital nach österreichischem Recht.

Wir müssen den absurden Zustand beenden, dass Milliarden praktisch unverzinst in der Landschaft herumliegen, aber den Betrieben das dringend notwendige Eigenkapital fehlt. Zur Belebung des Kapitalmarktes muss auch die steuerliche Behaltefrist für Aktien wieder eingeführt werden, auch die im Regierungsprogramm vorgesehene Senkung der Körperschaftssteuer auf 21 Prozent ist eine wichtige Zukunftsperspektive für die Wirtschaft.

Herausinvestieren

Wir brauchen dieses Herausinvestieren aus der Krise sowohl für den Arbeitsmarkt als auch für eine Senkung der Schuldenquote. Denn neue Steuern zur Senkung der Schulden wären Gift für die Wirtschaft und der Tod für den Aufschwung. Daher kann ein Abbau der Schuldenquote nur über eine Erhöhung des Sozialprodukts erfolgen. Wenn jetzt die Weichen in Richtung einer nachhaltigen Wachstumsstrategie richtiggestellt werden, haben wir alle Chancen, dass Österreich im Ranking der wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsnationen (IMD-Competitiveness Report) vom derzeit 16. Platz in die Top Ten vorstößt.

Um generell das Ziel Top Ten zu erreichen, müssen aber auch Bremsen im Bereich der Bürokratie gelöst werden, die Effizienz der Verwaltung gehoben werden und die überfälligen Strukturreformen in Bildung, Föderalismus und Gesundheit durchgeführt werden. Auch ist eine nationale Kraftanstrengung für Weiterbildung, Umschulung und Neu-Qualifizierung erforderlich. Denn ohne qualifizierte Fachkräfte wird es kein nachhaltiges Wachstum geben. Schon heute sind in manchen Branchen fehlende Fachkräfte eine Wachstumsbremse.

Das Arbeitsmarktservice muss betriebsnahe Schulungen für Mangelberufe ausbauen und die Mobilität von Lehrlingen zum Beispiel durch regionale Lehrlings-Hubs fördern. Die Corona-Joboffensive im Umfang von 700 Millionen Euro ist hier ein ganz wichtiger Beitrag. Die Herausforderungen für die nächsten Jahre sind gewaltig, aber die Chance auf die Top Ten lebt!

Günter Stummvoll ist ehemaliger ÖVP-Nationalrat und Manager.Er ist Sprecher der Initiative Standort.

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