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Meinung
02/06/2020

Die Pflege ist seit Jahren ein schwerer Pflegefall

Wie lange zielgesteuert wird, bis das Offensichtliche erkannt sein wird, ist noch kaum abzuschätzen.

von Michael Bachner

Je wertvoller ein Beruf für die Gesellschaft ist, desto weniger bekommen die Beschäftigten bezahlt, desto mehr bürdet man ihnen auf – diesen Eindruck gewinnt man manchmal. Man denke an Kindergärtnerinnen, Volksschullehrerinnen, Krankenschwestern, Pflegerinnen. Es wundert ja niemanden, dass der Großteil der Pflegekräfte in der 24-Stunden-Betreuung aus der Slowakei oder Rumänien kommt.

Schon Rot-Schwarz hat das Grundproblem der Pflegeberufe – viele Ausgebildete wechseln die Branche, Nachwuchs kommt zu wenig nach – auf die lange Bank geschoben. Türkis-Blau hat wortreich einen „Masterplan“ angekündigt, fertig wurde er nie. Türkis-Grün startet wieder bei null und setzt eine „Taskforce“ ein. Bis Herbst soll ein inhaltliches Programm stehen, danach eine „Zielsteuerungsgruppe“ übernehmen.

Wie lange zielgesteuert wird, bis das Offensichtliche erkannt sein wird, ist noch kaum abzuschätzen. Über Konzepte, Ideen und internationale Vorbilder kann man bekanntlich ewig debattieren. Die meisten Studien und Vorarbeiten fänden sich freilich in den Schubladen der Ministerien, auf den Tischen ihrer teuren Berater oder mit ein wenig Google und gutem Willen im Internet. So aber vergeht wieder wertvolle Zeit.

 

Man erinnert sich: Gleich nach der Angelobung besuchten Kanzler Kurz, Vizekanzler Kogler und Sozialminister Anschober ein Pflegeheim. Das Versprechen damals: Wir reden mit den Pflegekräften, wir hören uns ihre Sorgen an. Wirklich wahr?

Wenigstens Anschober erinnert sich: Er startet jetzt eine zweimonatige „Dialog-Tour“. Gut möglich, dass danach wieder ein Masterplan in Aussicht gestellt wird.

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