Das Fotoalbum der KURIER-Redakteure

EVA GOGALA: Mobil sein ist alles
Der Führerschein bedeutete erwachsen zu sein. Aber noch lang kein Auto. Dafür reichte das Geld nicht. Für ein Puch-Maxi-Moped schon. Sturzhelm brauchte man damals noch keinen. Das erste Auto kam erst Jahre später. Ein 2CV mit 24 PS. Damit ging es ab nach Venedig. Eine Tagesreise. BARBARA REITER: Karo mit Katze
Gäbe es keine Fotografien aus dieser Zeit, wüsste ich nicht, dass meine Mutter 1976 Modeexpertin war, mich in Latzhosen in grellen Farben steckte und Karo zu Streifen kombinierte. Ich trug es mit Fassung – und selbst am liebsten Katze. Ich hoffe, sie hat den Würgegriff überlebt. Aber Katzen haben ja sieben Leben. ANNEMARIE JOSEF: Nicht aus Zucker
Wir hatten ein Bonanza-Rad und ein Kettcar. Als Jüngste von sechs Kindern schaffte ich es immerhin fürs Foto ans Steuer des Spielautos. Wind, Regen? Wir waren ja nicht aus Zucker. Und wenn ich dann abends im Bett lag, legte ich mir die Haare übers Gesicht, um den Tag nochmals einzuatmen. 
  ANDREAS BOVELINO: Dazed and Confused
Als 14-Jährige mit unserer Schulband trotzten wir sämtlichen Saturday-Night-Fever- und Punk-Trends. Led Zep, Purple, und ja, Beatles und Stones standen auf der Playlist. Als hätten wir versucht, den Traum unserer Vorgänger-Generation festzuhalten. Viel später enstand der passende Film: „Dazed and Confused“. MARTIN KUBESCH: Ernst des Lebens
Für den Tag der Einschulung 1976 wurde von allen Opas, Omas, Onkeln und Tanten Stimmung gemacht: „Jetzt beginnt er, der Ernst des Lebens!“ Den grünen Schnürlsamtanzug musste ich nie wieder anziehen. Nur die  Wickie-Schultasche blieb mir, obwohl total coole Nylon-Schultaschen in Mode kamen – gemein. ANDREAS SCHWARZ: Beinahe unpeinlich
Als alles Peinliche nicht peinlich war: Jason King im TV oder Etienne-Aigner-Embleme am Halstuch. Glockenhosen. Middle of the Road) und Slade mit Plateauschuhen. Herrenhandtaschen. Gebackene Champignons. Mandelwein. Der echte Fuchsschwanz am Autoschlüssel. Und ab in die peinlichen 80er.


  INGRID STEINER-GASHI: Rausch der Bewegung
Das wollte ich damals: Turnen wie diese kleinen, ultra-biegsamen Rumäninnen, die eine Olympiamedaille nach der anderen holten. Meine Felgeaufschwünge und Handstände, sie sahen so viel mühevoller aus, aber die Beweglichkeit, die Leichtigkeit, der Rausch einer Drehung – nie wieder erreicht. UWE MAUCH: Der Wuzler-König
Das Panini-Pickerl vom holländischen Fußballgott Johan Cruyff, das die Oma aus dem Papierkorb rettete. Die zu Berge stehenden Schneckerln vom „Schneckerl“ Prohaska. Sein „Spitz von Izmir“, der Österreichs Kicker zur WM nach Argentinien torpedierte. Höhepunkte eines Wiener Burlis! BERNHARD PRASCHL: Warhol und Willi Warma
Punk war ich nie, aber als Stahlstadtkind zwischen den Linzer Eckpfeilen Café Landgraf, Stadtwerkstatt und Willi Warma ganz nahe dran. Warhol und die Velvets waren unsere Helden. Und wenn sie auch schon lange nicht mehr sind, ihr Spirit befeuert noch heute die Twenty-somethings auf der ganzen Welt.     

 
(Kurier Freizeit am Samstag) Erstellt am
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