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Lifestyle
04/22/2020

Umfrage: Was Menschen jetzt mit ihrer freien Zeit machen

Ausmisten, Laufen gehen oder mit den Kindern spielen. Jeder setzt andere Prioriäten.

Es soll Menschen geben, die der Corona-Krise eine positive Seite abgewinnen können: Viele haben jetzt mehr Zeit. Die gesellschaftliche Zwangspause schafft Raum für all die Dinge, die im hektischen Alltag häufig zu kurz kommen. Ob mehr Fitness, Freundschaftspflege per Telefon oder endlich mal die Fenster putzen – die aktuelle Situation birgt Chancen, die eigenen Prioritäten neu zu definieren. 

Eine aktuelle Umfrage von Fit Reisen, einem deutschen Veranstalter für Gesundheits- und Wellnessreisen, zeigt, wie die Menschen ihre neugewonnene Freizeit gestalten. Dabei setzt ein Großteil der Befragten in der Krise auf positive Veränderungen wie Ordnung und mehr Selbstfürsorge, ohne dabei in einen „Selbstoptimierungswahn“ zu verfallen. 

Ordnung ins Leben bringen

Ein dreckiges Küchenfenster, Wäscheberge im Badezimmer und ein chaotischer Schreibtisch – unliebsame Aufgaben im Haushalt bleiben im stressigen Alltag häufig auf der Strecke. So überrascht es nicht, dass gut 60 Prozent der Befragten ihre Freizeit jetzt nutzen, um sich den kleinen und großen Baustellen in ihrem Leben zu widmen, sei es die Steuererklärung oder der Frühlingsputz. Das muss nicht nur an der dazugewonnenen Zeit liegen: In diesen ungewissen Zeiten kann es Halt geben, in den eigenen vier Wänden für geordnete Verhältnisse zu sorgen.

Zeit für sich selbst

Rund die Hälfte (49 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer gibt an, die neugewonnene Zeit für mehr „Me-Time“ zu nutzen und endlich mal aktiv zu entspannen. Die Besinnung auf sich selbst kann dabei ganz unterschiedliche Formen annehmen: Während manche bei erholsamen Meditationen in sich blicken, lassen sich andere von Streamingdiensten unterhalten und wieder andere finden bei wohltuender Wellness im eigenen Badezimmer tiefe Entspannung. Selbstfürsorge auch in den normalen Alltag zu integrieren ist sinnvoll – vielleicht ergibt sich jetzt die Chance, liebgewonnene Rituale zu festigen und auch nach der Krise langfristig Platz für mehr Selbstliebe zu schaffen. 

Zeit mit der Familie

Knapp ein Drittel der Teilnehmer (31 Prozent) widmet sich in der Corona-Zeit bewusst mehr der Familie. Neben der Zwangsisolation, die Eltern sowie Kinder unter einem Dach verweilen lässt und die auch Konfliktpotential birgt, ist der bewusste Wunsch nach mehr Quality-Time mit den Liebsten ersichtlich. Mehr miteinander reden, sich besser kennenlernen und kreative Beschäftigungsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden finden sind wichtige Pfeiler für ein stabiles „Wir-Gefühl“, die jetzt möglich sind. Für alle, die nicht in einem Haushalt leben, haben jetzt Videochats und Telefonate Hochkonjunktur. 

Fit durch die Krise

Bei so viel Zeit in den eigenen vier Wänden kommt schnell der Lagerkoller und es staut sich viel überschüssige Energie an. Die Lösung: Sport und Fitness. Ob joggen im Park oder ein Homeworkout zu einem der tollen Online-Fitnessangebote, die die Krise hervorgebracht hat – sportlicher Ausgleich steht bei den Befragten hoch im Kurs. Rund 28 Prozent geben an, dass sie „viel mehr“ Sport treiben als noch vor Corona. Auch hier besteht das Potential, dass sich die neue Fitness-Routine in den Alltag nach der Krise überträgt.

Wunsch nach Veränderung hat Grenzen

Endlich Spanisch lernen, die Gitarre vom Dachboden holen oder die Nähmaschine entstauben – vor allem in den sozialen Netzwerken schien es zu Beginn der Krise eine hohe Motivation zu geben, die gewonnene Freizeit in neue Hobbys zu investieren. Dass die Realität anders aussieht und der Wunsch nach Selbstoptimierung nicht allgegenwärtig ist, zeigt das Ergebnis der Umfrage: Nur 17 Prozent der Befragten geben an, sich in der Corona-Krise einem neuen Hobby oder einer Weiterbildung zu widmen. 

Nichts ändern – auch das geht

Die Umfrage zeigt auch, dass nicht alle die Corona-Lage nutzen möchten, um überhaupt etwas an ihren Routinen zu ändern. Rund ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten gibt an, den eigenen Lebensgewohnheiten auch in der Krise treu zu bleiben.