Wie ein Citytrip mit Kindern ganz ohne Nervenkrise funktioniert

Stadtblick auf Graz mit Kunstmuseum
Ein „Grandymoon“ (Grandparents und Honeymoon) in der steirischen Metropole und der Versuch, Kinderprogramm, Erholungsmomente und Sightseeing unter einen Hut zu bringen.

Ein Städtetrip mit kleinen Kindern: Für viele Eltern wird dieser Gedanke sofort auf dem höchsten Stresslevel eingeordnet und daher schnell ad acta gelegt. Zu viele Eindrücke, zu wenig Pausen, nicht kinderfreundlich genug. Fazit: Das machen wir, wenn die Kinder älter sind.

In der – zugegeben eher kleinen – Großstadt Graz zeigt sich allerdings, dass Familienurlaub und urbane Entdeckungsfreude gut miteinander auskommen können, ohne, dass jemand am Ende des Tages die Nerven verliert.

Mehrgenerationen-Apartment

Wohl auch, weil Graz an vielen Ecken einen dörflichen Charakter hat und die Stadt überschaubar bleibt. Vor allem aber, weil auch Oma und Opa mit von der Partie sind und die Eltern dadurch einige freie Stunden haben. 

Für ein ruhiges Abendessen zu zweit in einem der vielen tollen (aber auch oft ausgebuchten) Restaurants der Stadt etwa, während im Mehrgenerationen-Apartment (Harry's Home) die Großeltern mit den Kindern schlafen gehen – oder es zumindest versuchen. Am nächsten Abend erkunden Oma und Opa dann in Ruhe die Lokalszene rund um das Kunstmuseum.

zwei frauen beim kochen in einem apartment

Die  Apartments des Anbieters „Harry’s Home“ sind auch für größere Familien ausgelegt und gut ausgestattet.

Mitmach-Museum

Ausgetobt hat sich der Nachwuchs schon tagsüber an der ersten Adresse für Kinder in der Stadt: dem Frida & Fred. Ein Mitmach-Museum, das nicht versucht, Kindern „Kultur“ einzutrichtern, sondern ihnen einfach Raum gibt. Raum zum Ausprobieren, zum Bauen, zum Wiederholen.

Erwachsene staunen dort ebenso über Seifenblasen-Experimente oder die aufwendig und exzellent realisierte Zeitreise ins Mittelalter. Ein tolles Erlebnis mit Stationen, die zu absolvieren sind, und einige Stunden in Anspruch nehmen kann. Nur die Lautstärke im Frida & Fred erfordert bei den vielen Besuchern am Wochenende eine meditative Herangehensweise der Begleitpersonen.

zwei kinder  mit seifenblasen

Im Museum Frida & Fred: Genügend Zeit für Seifenblasen-Experimente und eine Zeitreise ins Mittelalter einplanen. 

Stadtpark geht immer

Ein Spaziergang quer durch das Zentrum Richtung Stadtpark lässt alle wieder durchlüften. Der gepflegte Park muss sich nicht entscheiden, ob er Erholungsraum oder Abenteuerspielplatz sein möchte. Die Siebenjährige verschwindet sofort auf dem Klettergerüst, der Zweijährige sammelt Steine im Sand, und Oma und Opa machen aus einem Bankerl ein Basislager.

Tipp: Das betreute Häuschen der Stadtparkinfo, in dem Besuchern Tiere und die Natur des Stadtparks nähergebracht und auch gebastelt werden kann – kostenlos, ganz ohne Anmeldung und ohne groß dafür Werbung zu machen.

Schlossberg für alle

Wer Graz sagt, der muss natürlich auch Schlossberg sagen. Nicht viele Sehenswürdigkeiten einer Stadt werden derart ausgiebig bespielt wie dieser Hügel mitten im Zentrum. Neben zwei Lokalen und einem Museum gibt es die berühmten 260 Stufen („Kriegssteig“) hinauf auf den Berg oder man nimmt den Lift oder die steile Bahn – teuer, vorhersehbar und äußerst kurz. Actionreicher ist da die irre Rutsche im Berginneren. 

Mit fünfundzwanzig Kilometern pro Stunde geht es auf Rutschmatten die Windungen hinab. Kinder verarbeiten das Erlebnis meist mit einem einzigen Satz: „Noch einmal!“ Oma und Opa sitzen die Zeit derweil zufrieden auf der Bergspitze im Biergarten ab – mit einem unschlagbaren Blick auf die Stadt.

Nur die Märchenbahn im Schlossberg braucht keine Wiederholung. Eine Fahrt, die weniger Begeisterung als fragende Blicke hervorruft. Dunkel, etwas eigenwillig, mit Figuren, die wirken, als wären sie in einem anderen Jahrzehnt stecken geblieben.

Definitiv jener Programmpunkt, über den später am meisten gesprochen wird – aber nicht wegen des Märchenfaktors.

Stallgeruch und Tierromantik

Ein weiterer Klassiker, der hingegen einen Abstecher wert ist: das Gestüt Piber, etwa vierzig Autominuten von der Stadtgrenze entfernt. Auf den Koppeln sieht man sie schon, die Lipizzaner, die für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet werden. 

Die anschließende Führung bietet jene Mischung aus Tradition, Tierromantik und Stallgeruch, die Jung und Alt verlässlich fasziniert.

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Wissenswertes über Lipizzaner und ...

Highlight Kletterpark

Das Highlight des Trips ist aber der Kletterpark vor Ort. Schon die Kleinsten ab drei, vier Jahren dürfen im Lipikrax in die Seile steigen, während ältere Kinder und mutige Erwachsene sich in den höheren Parcours inklusive Flying Fox versuchen. 

Die Lage ist unschlagbar in einem schattigen Waldareal in unmittelbarer Nähe zum Lipizzanergestüt. Während Eltern und Tochter um die Wette hangeln, wird der Kleine von Großeltern im Kinderwagen die pittoresken Wege neben den Koppeln entlanggeschoben und auf dem Spielplatz in Piber beschäftigt.

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... ein ausgezeichneter Kletterpark warten in Piber auf Jung und Alt – ein lohnender Ausflug.

Spielzimmer und Bar

Zurück im Apartment gibt es hochkalorische Stärkung in der einfachsten Version: Pizza vom Lieferservice. Zum Abschluss geht es auf ein Getränk an die Hotelbar, direkt daneben geben die Kinder im Spielzimmer ihre letzten Kraftreserven ab – eine gute Kombination, um danach ins Bett zu fallen.

Der Citytrip mit Ausflügen rund um Graz hat bewiesen, dass sich Erholung und Kinderaction auch zusammen ausgehen, wenn die Bereitschaft da ist, Familien ihren Rhythmus finden zu lassen.

spielzimmer im hotel

Spielzimmer neben der Bar in Harry's Home.

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