Marko, Idris, Salma und Kardelen malen und gestalten Obstschüsseln

© Heinz Wagner

Zauberhafte "böse" Dinge
03/08/2014

Zauberhafte "böse" Dinge

Mehr als 650 Kinder und Jugendliche arbeiteten nach der Ausstellung "Böse Dinge" im Wiener Hofmobiliendepot im Atelier. Der Kinder-KURIER begleitete eine Klasse vom Schöpfwerk.

von Heinz Wagner

Eine Deckenlampe aus Hirschgeweih, ein großer Lehnsessel aus Kunststoff, der geformt ist wie ein alter, großer Polster-Fauteuil... Was ist schön, was ist schiach? Hat nicht jede und jeder einen eigenen Geschmack?

Damit beschäftigt sich die Ausstellung „Böse Dinge“ im Hofmobiliendepot, einem, Museum in der Wiener Andreasgasse. Vor etwas mehr als 100 Jahren hatte der Kunstgeschichtler Gustav Pazaurek „Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe“ geschrieben – samt einer Tabelle, nach welchen Gesichtspunkten das einzuteilen wäre.

Böser als schlechter Geschmack

Lässt sich über das meiste vielleicht ganz intensiv diskutieren, ja sogar streiten wie beispielsweise, ob eine Stehlampe oder Weinflasche in Form eines Gewehres wirklich nötig ist, so finden sich in dieser Ausstellung nicht nur alte Sammelstücke aus der Originalsammlung von Pazaurek, sondern auch so manche Gegenstände, die erst viel später entstanden sind. Und bei so manchen geht’s gar nicht um schön oder hässlich, sondern um ganz andere Dinge: In Kinderarbeit hergestellt, rassistisch („Negerküsse“) oder sexistisch (wie Salz- und Pfefferstreuer als Frauenbrüste).

Markttisch

Zurück zu Objekten, über deren Geschmack sich streiten lässt: In der Eingangshalle steht ein langer Tisch mit Dingen, die Besucherinnen und Besucher mitgebracht haben. Jede und jeder kann was mitbringen. Beim „Markt der bösen Dinge“ Anfang Juli werden die Gegenstände verkauft – die Einnahmen gehen an das „neunerhaus“ für obdachlose Menschen in Wien.

Selber machen

Zwei Wochen lang besuchten Schulklassen nicht nur die Schau, sondern ließen sich durch das eine oder andere ausgestellte Objekt auch zu eigenen Arbeiten im Atelier anregen. Der Kinder-KURIER begleitete die 1c der Volksschule Am Schöpfwerk (Wien-Meidling) durch die Ausstellung und durfte den jungen Künstler_innen über die Schultern schauen.

Obstschalen

Auf schwarzem Papier malten Idris, Marko, Kardelen und Salma mit bunten Ölkreiden Früchte und verzierten ihre Obstschüsseln mit goldenem Papier, das an gestickte Deckchen erinnert.

Löwenkopfklingel

Inspiriert von einer Klingel in Löwenkopfform malten Yasemin, Elanur, Hossam und Irem wilde Löwenmähnen. An die Stelle der Nase klebten sie jeweils eine Scheibe eines Korkstopels. „Das ist die Klingel“, meinte Hossam.

Blumen

Sofija, Anastasia, Celine, Fatima und Kit malten farbenfrohe Blumenkreise.

Gleich am Nachbarstisch malten auch Kathi, Iva, Zeena und Rauda Blumen – allerdings ließen sie die aus einem Topf wachsen, den sie in Form eines Stiefels aus einem Stück Tapete ausgeschnitten und rot angemalt und mit ein bisschen Erde versehen hatten. Die Blüten ihrer Blumen tupften sie meist gleich direkt aus der Farbtube.

Drucken

Schließlich und endlich ritzen – angeregt von Spielzeugzügen in de Ausstellung, die von der Herstellerfirma zurückgerufen werden mussten, weil die Farben giftig waren, Emre, Seif, Orhan und Justice Züge in styroporartige dünne Platten. Die färbten sie dann mit Hilfe einer Walze ein und konnten so Abdrucke auf Papier fabrizieren.

Ausstellung

Übrigens: Einige der Arbeiten, die von insgesamt mehr als 650 Kindern und Jugendlichen in Dutzenden Workshops in den zwei „kreativ – aktiv“-Wochen angefertigt worden sind, können im Museum – kostenlos - angeschaut werden (siehe Infos).

... vom Ausstellungs-Rundgang

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

Kreativ-aktiv, "Böse Dinge", Ausstellung

... von der Arbeit im Atelier

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Kreativ aktiv; "Böse Dinge", Ateliers

Ausstellung von Arbeiten aus der Aktionkreativ aktiv

Bis 23. März Hofmobiliendepot, 1070, Andreasgasse 7 10 bis 18 Uhr

„Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“Bis 6. JuliHofmobiliendepot. Möbel Museum Wien1070, Andreasgasse 7www.hofmobiliendepot.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.