© Heinz Wagner

Demonstration
12/03/2013

"Wir sind laut, weil man uns die Rechte klaut!"

Am "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung" machten sich solche lautstark vor dem Parlament in Wien bemerkbar

Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung machten sich an die 200 solcher Menschen lautstark und gut sichtbar vor dem Parlament in Wien bemerkbar. Mit einem Transparent, handgeschriebenen Plakaten, einem aus einzelnen jeweils um den Hals gehängten Buchstaben und mit Pfeiferln, Tröten, Ratschen und gut hörbaren Stimmen ergriffen sie für sich – und Tausenden andere – Partei dafür, „dass wir Rechte haben“, solche, die noch längst – auch in Österreich – nicht umgesetzt sind. Ob mit oder ohne Rollstuhl, Blindenhund oder -stock… - mit dieser Aktion wollten Betroffene vor allem für sich selber sprechen!

In einem Workshop in der Redaktionsgruppe von Horizont (Jugend am Werk) haben Mitarbeiter_innen – in einem Workshop gemeinsam mit dem Kinder-KURIER – den folgenden Text über die Aktion verfasst:

Text aus einer Schreib-Werkstatt

Bei einer Demonstration am 3.12.2013 um fünf Minuten vor 12:00 Uhr, die vorm Parlament stattfand, ging es darum, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten auch ihre Rechte haben und nicht vernachlässigt werden sollten. Leider gibt es Menschen die das nicht in ihren Schädel reinkriegen und das macht uns wütend. „WIR SIND HIER UND WIR SIND LAUT, WEIL MAN UNS DIE RECHTE KLAUT!“, rief ein Mann der auf der Treppe stand in sein Megafon und riefen dann die meisten mit.
Mit z. B. Trillerpfeifen und Megafonen wurde auf die Rechtslage dieser Menschen aufmerksam gemacht. Es ist sehr wichtig an so einer Demonstration teilzunehmen um etwas zu verbessern und zu verändern.
Die Leute waren super laut und „verrückt“ und dann haben sich die Leute dort beim Parlament hingestellt und fotografiert und sind fotografiert und gefilmt worden. Auf Plakaten stand: Gleiche Rechte für alle – Lohn, Pension & eigene Sozialversicherung. Es gab auch ein Europa Plakat, das zeigte, dass es ein internationaler Protesttag ist.

Die Forderungen:

1. Wir fordern, dass die Menschen in Österreich MEHR INFORMATIONEN über Menschen mit Behinderungen bekommen!
2. Wir fordern, dass alle öffentlichen Informationen und Gebäude barrierefrei sind!
3. Wir fordern, dass es in Österreich genug Geld für Persönliche Assistenz für ALLE Menschen mit Behinderungen gibt!
4. Wir fordern, dass Menschen mit Behinderungen selbst entscheiden WO und WIE sie wohnen!
5. Wir fordern für unsere Arbeit einen LOHN und das RECHT auf Pension!
6. Wir fordern INKLUSIVE BILDUNG vom Kindergarten bis zur Universität für Menschen mit Lernschwierigkeiten!
7. Wir fordern, dass es in ganz Österreich die GLEICHEN REGELUNGEN für alle Menschen mit Behinderungen gibt!

Sabine Bily, Julia Jirak, Amina Dawoudi, Maria Richtsfeld, Jasmin Neufingerl

... von der Aktion vor dem Parlament

... ist die erste Menschenrechtspreisträgerin mit Behinderung

Am 10. Dezember 2013 ist der offizielle „Tag der Menschenrechte“. An diesem Tag wurde die erste Ehrenpräsidentin des Weltbandes der Gehörlosen (WFD) mit dem UN-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Diese Frau heißt Liisa Kauppinen. Sie wurde genauso wie Jimmy Carter, Nelson Mandela, Eleanor Roosevelt und Martin Luther King dafür ausgezeichnet, dass sie sich für Menschen mit Lernbehinderungen eingesetzt hat.

Liisa Kauppinen wurde im Jahre 1938 in Finnland geboren und sie ist die erste gehörlose Preisträgerin. Die USA führten am 10.Dezember 1966 den Menschenrechtspreis ein und der wird nur alle 5 Jahre verliehen.

Liisa Kauppinen war 30 Jahre lang eine Generaldirektorin des Finnischen Gehörlodenbundes und nahm dann 1983 am Weltverband der Gehörlosen teil. Von 1995 bis 2003 stand sie als erste Frau an der Spitze des Weltgehörlosenverbandes. Ihre Arbeit wurde dabei mit mehreren Ehrendoktoren gewürdigt und im vergangenen Jahr wurde sie auch mit dem Kulturpreis des Deutschen Gehörlosenbundes geehrt.

Auf der ganzen Welt gibt es über 120 verschiedene Gebärdensprachen und von den 6000 gesprochenen Sprachen hat nur jede 1000. eine eigene Grammatik die für ihn leichter zu schreiben geht.
Julia Jirak

Zu einem Interview der deutschen Gehörlosenzeitung mit Liisa Kauppinen

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