Vielfältige LangeJugendNacht

Auf rund 80 Plätzen Wiens zeigten Jugendliche, was sie drauf haben

Feine weiße Tischtücher, silbriges Besteck und ebenso glänzende Viel-Arm-Kerzenständer (sie stammen aus einem Theaterfundus) – so präsentierte sich die festliche Tafel am Südtiroler Platz. Für das mehrgängige Menü sorgte vor allem Daniel Trojić, seit zwei Jahren ausgelernter Koch in einem nahegelegenen Gasthaus. Hier konnte und durfte er groß aufkochen. Besonders beliebt seine Nachspeise: Kaiserschmarr’n.  Seine Spezialität, ein Schuss Rum und flambieren. „Wir wollen zeigen, dass wir Jugendliche auch fein sein können. Und wir erobern uns den öffentlichen Raum damit“, meinten einige der jungen Festgäste, die sich dazwischen auch immer wieder als Servierkräfte nützlich machten. Am Urban-Loritz-Platz vor dem Aufgang zur Hauptbücherei hatte der Kultur- und Sportverein der Wiener Berufsschulen ein mehr als fünfstündiges Bühnenprogramm zusammengestellt. Von der Solosängerin mit Gitarre Sia, die eher leise Lieder spielte... ...bis zu einer Reihe von Rappern – Solo bzw. in Formationen. Milica, Bobi, der Balkaner und Tami zählen zu den jüngsten Gesangs- und Bühnentalenten, die Freitag Abend auf der Bühne am Ottakringer Yppenplatz auftraten... ... und begeistert bejubelt wurden! Gleich ein eigenes Motto gaben sich die Jugendlichen des Cult-Cafés in der Neubauer Neustiftgasse: Sport statt fetzen. Die sportlichen Actions begannen mit einer Demonstration von Thai-Boxen.
Star des frühen Abends war sicher die 17-jährige Yael Yvon. Erst wengie Tage zuvor war sie im italienischen Lignano Jugendeuropameisterin im Thai-Boxen in ihrer Gewichtsklasse (bis 60 Kilo) geworden. Vor zwei Jahren war sie, wie sie dem Online-KiKu erzählt, zu diesem Sport gestoßen. „Ich hab einen Kampf meines Bruders in London gesehen und hab’s danach einmal in einer Schnupperstunde probiert.“ Seither trainiert sie in Wien in einem Verein – „sechs Mal in der Woche immer zwei Stunden“.
Ob sie keine Angst vor Verletzungen habe?
„Da passiert weniger als bei anderen Sportarten, weil du genau darauf achtest. Beim Fußball zum Beispiel kann leicht was beim Reingrätschen passieren, aber hier bist du darauf gefasst und bist daher entsprechend konzentriert“, weiß die Schülerin, die „gehofft aber nicht damit gerechnet“ hatte, „die beste von Europa“ zu werden.
Mit der Kick-Box, aber auch einer Taekwando- und anderen sportlichen Actions reihte sich das Programm vor dem Cultcafé in einen Arbeitsschwerpunktk des hier angesiedelten multikulturellen Netzwerks ein. Im Rahmen eines EU-Projekts werden hier Jugendliche zu Multilpikator_innen in Sachen Gewaltprävention ausgebildet

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(kurier) Erstellt am
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