Kids bauen Rakete aus Kupferrohren
Zehn, neun, acht... drei, zwei, eins. Und los!“ Eine auf Brettern mit Rädern fixierte Rakete aus Kupferrohren mit weit mehr als einem Dutzend Kindern drinnen rollt durch das Atrium des Wien Museums. Zuvor haben Valentina, Sabrina, Franziska, Adriana, Vito, David, Miriam, Lia, Denisa, Jakob, Samira, Talia stundenlang daran gebaut, später Stromkreise für blinkende Lämpchen gewickelt und geschraubt sowie an die „Außenhaut“ des BFO (Bekanntes Fahr-Objekts) bemalt.
„Romano ButiQ“ nannte sich der Workshop (unterstützt von der Erste-Stiftung) im Rahmen eines der letzten Tage der Ausstellung „Romane Thana. Orte der Roma und Sinti“.
Kupfer
Valentina und Adriana erklären den Zusammenhang kurz: „Roma arbeiten oft mit Kupfer. Früher haben sie oft Kessel zum Kochen gebogen und geklopft, drum bauen wir jetzt mit Rohren aus Kupfer.“ Draußen vor dem Museum steht ein Zelt, in dem Künstlerinnen und Künstler Kleidungsstücke, Armreifen, Holzschemel, geflochtene Körbe und Kunstgegenstände aus Kupfer zeigen und verkaufen.
Drinnen machen sich die genannten und weitere Kinder daran mit Hilfe und Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern aus kurzen und längeren Rohren, T-Stücken und gebogenen Winkel einzelne Elemente für die spätere Rakete zusammen zu bauen. Der Einfach- und Sicherheit halber wird nicht geschweißt, sondern mit Klebe-Pistole und Heißluft-Föhn gearbeitet. Schutzhandschuhe hat jede und jeder an, Schutzbrille nicht alle. Aber alle gehen natürlich sehr vorsichtig zu Werke.
Vielsprachig
Manchmal muss der Heißluft-Föhn auch eingesetzt werden, um die geklebten Verbindungen wieder flüssig zu machen und zu lösen, weil ein zusammen gebautes Teil nicht zum anderen passt und umgebaut werden muss. Alles nicht immer so leicht. Trotzdem verliert niemand die Freude, Fragen und Antworten fallen in mehreren Sprachen – Deutsch, Rumänisch, Englisch und Gebärdensprache.
Verkleidung
Nach mehreren Stunden ist das Raketengerüst richtig zusammen gebaut, fertig auf den fahrbaren Holzbrettern mittels Kabelbindern fixiert. Nun werden lange Papierbahnen gemeinsam bunt bemalt. Aber noch lange nicht ist der Workshop zu Ende.
Stromkreise
Nun sitzen alle in mehreren Runden auf dem Boden. Vor sich Holzbretter mit eingebrannten Linien und kleinen Kreisen mit vorgebohrten Löchern drinnen. Daneben einen Becher mit zwei Batterien, einer Batterie-Halterung, Kupferdraht, Leuchtdioden, ein kleiner Magnet, Halterungen und Schrauben. Entlang der Linien verbindet jede und jeder auf dem eigenen Brett die Punkte mit Draht, schraubt diesen fest. Eine Sicherheitsnadel wird als Ein- und Ausschalter eingebaut. Aus einem weiteren Stück anderer Kupferdraht von einer gemeinsamen Spule wird ein mehrfach gedrehter Ring mit zwei Enden gebogen.
Die Endstücke mit Schleifpapier abgeschmirgelt, das Teil zwischen zwei Halterungen über dem kleinen Magneten eingespannt. Wird mit Hilfe des „Schalters“ der Stromkreis geschlossen, dreht sich dieser „Motor“, das Lämpchen eine Reihe davor leuchtet rot. Wird der „Motor“ weggegeben, bleibt mehr Strom für die Leuchtdiode und sie blinkt in verschiedenen Farben – blau, grün, gelb und rot.
Das selbstgebaute leuchtende „Wunderding darf sich jedes Kind mit nach Hause nehmen, die Rakete bleibt vorerst im Museum und wird von den Künstler_innen bei anderen Workshops mit anderen Kindern vielleicht weiter gebaut.
Mehr als 100 Fotos über die Workshop-Stationen findest du in den vier Bilderstrecken!
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