Vor Schlangen

© Gerhard Deutsch

Naturhistorisches
07/12/2013

Knapp am Maul des echten Krokodils im Naturhistorischen Museum Wien

Woran du echte Krokodile erkennen kannst und ein Stück Schlangenhaut

von Heinz Wagner

Dinosaurier und Ötzi – die beiden wollen Tobi und Felix am liebsten sehen. Und weil draußen ein sommerheißer Tag ist und nur wenige zur Kinderführung gekommen sind, werden sie mit Hans, einem der freien Mitarbeiter des Vermittlungsteams auch dorthin einen Abstecher machen, auch wenn heute Reptilien auf dem Programm stehen.

Zum Angreifen

Auch die interessieren die beiden Buben aus der Umgebung von Wien. So manches wissen sie, finden drum auch recht schnell die ausgestellten Objekte zu den Fotos der kleinen Rätselrallye, zu der sie der Guide einlädt. Außerdem zieht er aus seiner Tasche auch ein paar Dinge zum Angreifen hervor, etwa ein Stück alter Schlangenhaut und aus einem Glas mit Schraubverschluss holt er sogar ein langes, dünnes Etwas hervor und lässt die jungen Besucher erst einmal raten, worum es sich handeln könnte. „Blindschleiche?“, meinen die beiden selbst zögerlich, fragend, eher zweifelnd und werden in Letzterem bestätigt. „Genau, sonst müssten noch Beinansätze zu sehen sein, nein, das ist eine Ringelnatter“ und ergänzend erzählt er noch, dass sein Exponat seit 20 Jahren in dem Glas mit Alkohol liege und an einem Katzenbiss verendet sei. Die längste in Österreich je gemessene wurde übrigens 2,20 Meter, Weibchen seien übrigens länger als Männchen.

Viele Details interessieren Tobi und Felix, und vieles erfahren sie, etwa, dass es in Texas einen Prärievogel gibt, der die rasselnden Geräusche der alten Hautteile der Klapperschlange nachahmen kann, dass es Schlangen gibt, die mit Hilfe zweier kleiner Löcher zwischen Auge und Nase Wärme und damit auch im Dunklen Beute sehen können.

Echte und andere

Spannend wird’s auch bei den „Krokodilen“, nicht alles, was unter diesem Namen läuft zählt auch wirklich dazu. Drei Arten werden unterschieden, erklärt Hans auch dann gleich den wichtigsten Unterschied. „Bei echten Krokodilen ist auch bei geschlossenem Maul der vierte Zahn von vorne links und rechts zu sehen, im Oberkiefer haben die Tiere dafür eine Ausbuchtung. Bei Alligatoren ist das nicht so. Und Gaviale – die dritte Sorte – haben ein langes, schmales, spitzes Maul.“

BastelnSchlangen oder Krokodile stehen auch beim abschließenden Basteln zur Auswahl. Martina zeigt die Vorlagen, deren Umrisse Kinder nach der Führung auf Papier zeichnen und danach ausschneiden können. Tobi und Felix entscheiden sich fürs Krokodil. Da werden die beiden Kieferhälften extra gezeichnet und ausgeschnitten, beide malen auch die Schuppen rein und Felix bringt sogar noch die Geduld auf, sie anzumalen. Die beiden Hälften werden auf ein aus Karton und Splinte gebasteltes Klapp-Gestell montiert, so kann das papierene Krokodil auch zuschnappen.

Übrigens: Der Saal mit den Dinos ist ziemlich voll und die Ötzi-Kopie (das Original liegt in einem eigens für ihn errichteten Museum im südtiroler Bozen) gar nicht mehr in der Vitrine, nur mehr Kopien seiner Werkzeuge und Utensilien, wie der Umhängetasche.

... von einer Kinderführung im Naturhistorischen Museum Wien

Führung bis TheaterFührungen für Kinder ab 3 Jahren:
Jeden Freitag (nur in den Sommerferien) und letzten Sonntag im Monat, 16 Uhr

NHM Kids & Co ab 6 Jahren:
Führungen und Aktivitäten für Familien; Sa., 14 Uhr, So. und Ferientage 10 und 14 Uhr

Führungskarte: € 2,50

NHM Mikrotheater:
Winzige Naturobjekte live in Großprojektion, Sa., So., Fei., 13.30, 14.30, 16.30 Uhr

Naturhistorisches Museum
1010, Burgring 7
(01)521 77-0

www.nhm-wien.ac.at/veranstaltungsprogramm

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