Angelina gebärdet Applaus bei der Sponsion - mit den Armen in der Höhe

© Heinz Wagner

Kinderuni
07/18/2015

Von Medizin bis zu elektronisch "würfeln"

Mehr als 4000 Kids stürmten Hörsäle, Werkstätten und Labors der Wiener Universitäten. Sponsion mit dem Versprechen, neugierig zu bleiben. Viele Fotos!

von Heinz Wagner

Blitzlichtgewitter im großen Festsaal der Universität Wien. Die jüngsten Absolvent_innen holten sich dieses Wochenende ihre Titel als Magistra bzw. Magister universitatis iuvenum. Eltern, Omas, Opas und andere Verwandte verdrückten die eine oder andere Träne und knipsten – mit Kameras, Handys, ein Jungstudierender auch mit einem Tablet.

Gaudeamus...

Zwar begleitet wie bei den „Großen“ mit „Gaudeamus igitur“ von Profi-Musikern gespielt, aber doch mit mehr Entspannung, lachen, weniger streng gekleidet, saßen, knieten, hockerlten, knotzten die neo-Absolvent_innen doch auf dem Parkettboden vor den in ihre traditionelle Talare gewandeten (Vize-)Rektor_innen jener Wiener hohen Schulen, die Lehrveranstaltungen für Kinder anboten. Zu den bisherigen (Uni Wien, TU, Medizin, Veterinärmedizin, Bodenkultur) gesellte sich mit der Wirtschaftsuni nach einem Probelauf im Vorjahr endgültig eine weitere Uni hinzu, die Vorlesungen, Seminare, Workshops, Laborübungen usw. anbot.

Ich schwöre...

Die Kinderuni Wien fand bereits zum 13. Mal statt. Und sogar die brütende Hitze konnte dem Feuereifer und der Neugier der Kinder nichts anhaben. Wieder studierten mehr als 4000 Kinder und bewiesen, wer angeboten kriegt, was sie oder ihn interessiert lernt liebend gern. Bevor die Titel verliehen wurden, mussten die Jüngststudierenden wieder zwei Gelöbnisse (Sponsion) ablegen: „niemals aufzuhören Fragen zu stellen“ sowie „niemals aufzuhören, Antworten auf diese Fragen zu suchen“.

Gebärdensprache

Um alle Sponsions-Willigen auch auszeichnen zu können, wurden wieder fünf Durchgänge des feierlichen Rituals abgehalten. Erster und zweiter Durchgang wurden auch wieder live simultan in Gebärdensprache übersetzt. Die achtjährige – hörende – Angelina hob immer wieder ihre Arme und schüttelte die Hände als ihre Kolleg_innen sowie die gerührten erwachsenen Begleiter_innen mit zusammenschlagenden Händen applaudierten.

„Ich hab im Vorjahr bei der Kinderuni einen Kurs für Gebärdensprache besucht“, erzählt sie danach dem Kinder-KURIER, „weil ich das kennen lernen wollte, wenn ich vielleicht einmal wen treffe, der nicht hören kann“. Als zweimalige Absolventin der Kinderuni bekam sie wie alle anderen im zweiten Jahr an ihren Titel ein „zum Quadrat“ angehängt. Dieses Jahr schnupperte sie bei der Kinderuni in eine andere Sprache und Kultur hinein, die chinesische. „Und ich war bei wie man niemals Zahnweh kriegt.“ Wie das funktioniere? „Na du musst immer gut Zähne putzen, du darfst schon naschen, aber dann musst du sehr gut putzen. Und nicht zu viel naschen und regelmäßig zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt gehen!“

... mit 7 Jüngst-Studierenden

Die 12-jährigeNgozi war heuer schon zum sechsten Mal bei der Kinderuni. „Im ersten Jahr war ich mit meinen drei älteren Geschwistern“. Und sie kann sich noch an ihre ersten Lehrveranstaltungen erinnern, „nicht genau, aber es war was mit Medizin. Das interessiert mich am meisten. Auch heuer war ich wieder auf der Medizinuni. Und auf der Zahnklinik.“ Die sich fast aufdrängende Frage, ob sie später Ärztin werden will, beantwortet sie aber mit einem „ich weiß es noch nicht“. Ach ja, wer mehr als zwei Mal an der Kinderuni Wien studiert, kriegt zur Magistra oder zum Magister... ein angehängtes „multiplex“ – was bei der Erwähnung jedes Jahr für ein helles Lachen im ganzen Festsaal sorgt. Und weil das mehrfach bedeutet, gilt das auch für die sechsfache Absolventin Ngozi.

Premieren

Rebecca(11) studierte in diesem Jahr zum ersten Mal. Die zwei für sie einprägsamsten Lehrveranstaltungen: Warum der Hund der beste Freund des Menschen ist und wie ein wildes Tier in Narkose versetzt werden kann. An letztere erinnert sie sich noch genau im Detail. Tiere faszinieren sie, „ich hab auch Haustiere und ich geh reiten“.

44 Lötstellen

Christian(8), auch Erst-Studierender, baute in einem Workshop einen elektronischen Würfel. „Das ist nicht wirklich wie ein Würfel, aber ein Display und ein Schalter. Und wenn du den drückst, dann gibt er eine Zahl an – und das wirklich ganz zufällig. Wir haben das alles selber zusammen gelötet. Ich hab nachgezählt, es waren genau 44 Lötstellen. Ich hab da zum allerersten Mal gelötet.“
Carina(11) ist Neo-Studentin. „Ich wollte schon im Sommer 2014 auf die Kinderuni, hab aber keinen Platz mehr bekommen. Heuer hat’s geklappt, wir waren rechtzeitig dran. Ich war beimit den Augen spazieren gehen. Da haben wir über Wien und viele Gebäude der Stadt gelernt, auch bei dem mit den wilden Tieren und der Narkose. Und beiwieso fahren Roboter?
Für die achtjährigeJohannawar die Kinderuni in diesem Jahr ebenfalls eine Premiere. Unter anderem machte sie auch den „virtuellen“ Wien-Spaziergang.

Eifrige Geschwister

Mehrfach-Studierenden istSimon(10), den in diesem Jahr „besonders interessierte, wie Erdöl und Erdgas aus der Erde rausgepumpt wird“. Neugierig will er jedenfalls immer bleiben, „da will ich vor allem wissen, was zuerst da war, die Henne oder das Ei?“
Seine zwei Jahre jüngere SchwesterLindaerwarb sich das Quadrat zur Magistra der Kinderuniversität. Ihr tat es besonders die Frage an „woher kommen die jungen Bäume?“
Die beiden Geschwister „waren nur in der zweiten Woche, dafür aber fast jeden Tag auf einer der Kinderunis, einmal nur bei einer Veranstaltung, sonst immer bei mehreren“, vertrauen sie dem KiKu an.

www.kinderuni.at

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