© Ani Antonova

In wenigen Sekunden von 1792 bis 2014
04/26/2014

In wenigen Sekunden von 1792 bis 2014

Jugendliche spielen Theater rund um Web 2.0 : "Maximal medial (AT)" im Dschungel Wien

von Heinz Wagner

Ein riesiger an eine Wand projizierte QR-Code im Hintergrund. Solche finden sich in kleinerer Form schon auf T-Shirts und Stofftaschen auf dem Weg in den großen Saal des Kinder- und Jugendtheaterhauses Dschungel Wien.

Und dann – der kurzfristige scheinbare Bruch. Im Outfit eines historischen Seemanns tritt eine der jugendlichen Schauspielerinnen auf, nachdem eine Kollegin zuvor schon aus einem Brief dieses seefahrenden Entdeckers an seine Liebste vorgelesen hat. „Wenn du das liest, bin ich schon längst ganz woanders...“, kommt heutigen Kindern und Jugendlichen, die live gepostete Fotos von den entferntesten Gegenden der Welt kennen, wohl eher komisch vor. War aber so.

Und dann lautes Handyklingeln – aus der Tasche des Kapitäns – Eintauchen ins Hier und Heute. In die vernetzte Welt – samt ironischem Spiel eines Dialogs, der fast nur mehr aus Kürzeln wie omg, gg, LOL, XD, WTF.... besteht – die zum leichteren Verständnis im Hintergrund gleichzeitig eingeblendet und erklärt werden.

Echt-Geschichten

Dazwischen erzählen dieDarstellerinnen und Darsteller in kurzen Soloauftritten echte Geschichten aus ihrem Leben. Es gibt eben auch reales Leben im Zeitalter des Web 2.0.

Zwei virtuelle Figuren spielen zentrale Rollen. Sasha, die nie da und doch ständig anwesend ist.

Und da wäre noch Marco, von dem sie reihum so Unterschiedliches sagen wie „Marco ist sozial. Er vergisst nie einen Geburtstag. Marco will immer im Mittelpunkt stehen. Marco spricht viele Sprachen. Er ist ein lebendiges Wörterbuch. Er ist gut in Mathe. Er macht tolle Fotos. Er hat einen guten Musikgeschmack. Marco weiß alles. Ich hasse Marco....“

WTF is "Marco"?

Alle haben Marco fast immer bei sich – auch die im Publikum. „Wir haben schon früh irgendwann bei den Proben alle zu unseren Handys Marco gesagt“, verrät Diana Zholudenko nach dem Stück dem Kinder-KURIER. Die Texte wurden von einigen der Schülerinnen und Schüler der beiden am Projekt beteiligten Schulen, dem BRG/BORG 1150, Henriettenplatz und der Kindergarten-Pädagogischen Kenyongasse geschrieben, nachdem die Bühnenkids einiges über sich verfasst hatten.

Dass er der einzige Bursch auf der Bühne und einer der wenigen in der Kindergartenschule ist, thematisiert Timon Tiefling auch kurz während des Stücks, der das Projekt als Chance sah: „Mich hat's interessiert, ich wollt schon immer einmal ausprobieren, Theater zu spielen“.

Maximal medial (AT)

Dschungel Wien

Im Rahmen von Macht Schule Theater

Künstlerische Leitung: reschen.see ( Julia Burger & Meike Sasse) Autor_innen: Sasha Ansbach, Lorenz Langenegger, Milena Sagawa-Krasny, Simon Schmatzberger, Jenny Schmid Darsteller_innen: Carolin Carolus, Katina Kramer, Pauline Krennwallner, Hannah Putz, Julia Riemer, Timon Tiefling, Johanna Wallner, Lisa Weiszgerber, Diana Zholudenko

Regie: Julia Burger Dramaturgie, Co-Regie: Meike Sasse Ausstattung: Dorontina Hucaj, Matthias Krische, Florin Onea, Alexander Schwarz, Teresa Toth Licht: Stefan Enderle Video, Musik: Abdallah Abouelellah, Islam Alibehov, Mansur Dorsuer, Ahmed Gadelrab, Nermin Mujacic Oliver Stotz Dramaturgische Mitarbeit: Julia Perschon Schauspieltraining: Myriam Rossbach Grafik: Ani Antonova Produktions- und Regieassistenz: Adrian Linz Produktions- und Regiehospitanz: Lilith Bolle

Wann & wo?

Bis 30. AprilDschungel Wien-Besucher1070, MuseumsQuartierTelefon: (01)522 07 20-20www.dschungelwien.at

Weitere Infos im Blog von Sasha Ansbach:http://sashaansbach.wordpress.com/

Die bundesweite Theaterinitiative Macht|schule|theater ist ein Teilprojekt der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Frauen "Weiße Feder - Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt" und Leitprojekt der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Frauen für kulturelle Bildung an Schulen "Kunst macht Schule".

Ziel ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und Gewaltprävention sowohl von Seiten der bei den Produktionen mitwirkenden Schülerinnen und Schüler als auch von Seiten des jugendlichen Publikums.

www.machtschuletheater.at/

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