Jugend Innovativ 2015/16
05/30/2016

E-Schrott ausnützen - nachhaltige Projekte

Elektronik-Schrott möglichst vollständig recyclen.

von Heinz Wagner

Hier die fünf besten Projekte zur Nachhaltigkeit

1. Platz

Alles wird zurückgewonnen: RElectronics. Elektronischen Schrott (fast) vollständig verwerten

Derzeit wird nicht einmal die Hälfte der Bestandteile weggeworfener Computer, Handys, Drucker, Tablets usw. recycelt. Das wollen Simon Marxgut, Elias Vigl und Simon Hofer (Foto) – grundlegend – ändern.

Das Trio von der HTL Dornbirn (Vorarlberg) hat sich ein umfassendes, umweltschonendes und obendrein wirtschaftliches Verfahren zur Wiederverwertung ausgedacht. Bisher, so die drei Technik-Schüler, seien in der Regel nur die einen oder anderen Teile aus Platinen von Computern, Handys, Tablets usw. recyclet worden. „Wir wollen, dass möglichst alles vor dem Wegwerfen bewahrt wird.“

Und so beginnen sie zunächst einmal die Teile in einer alten Obstmühle zu zerkleinern, zu schreddern. Später werden mit Magnetabscheidern die metallischen Teile aus dem kleinteiligeren Müll rausgezogen. Es folgt eine Erhitzung der Kunststoffteile auf 550 Grad Celsius – damit verklumpt dieser. Nach weiteren mechanischen Behandlungen wird ein Rest bei 1500 Grad geschmolzen. Aus dem Schrott lassen sich dank des Wegs zum ganzheitlichen neuen „Leben“ für die weggeworfenen Teile Metalle, Baustoffe und Energie gewinnen.

Die Rückgewinnung von teils wertvollen Materialien aus Abfall würde die Umwelt schonen. Vor allem aber auch Menschen in Entwicklungsländern Afrikas weniger belasten, die derzeit oft mit bloßen Händen Recycling-Material aus wahllos deponiertem E-Schrott rauskletzeln.

2. Platz

Mikro-Blockheizkraftwerk-Regelung und -Steuerung

Rund um ein 400 Kilo schweres „Ungetüm“ stehen Thomas Laußegger, Philipp Mitschey, Karl Scheiber, Damian Schuster und Bettina Wildmann von der HTL Lastenstraße in Klagenfurt. Das „Ding“ kann eine 1-Familienhaus mit Wärme versorgen – und grundsätzlich könnte es das auch mit Strom. Brennmaterial für das Mikro-Blockheizkraftwerk sind Pellets.

Die genannten fünf Schüler_innen haben die elektronische Steuerungs- und Regelungstechnik entwickelt und gebaut. Die mechanischen Teile steuerten Jugendliche eines anderen Zweigs – Maschinenbau - der Schule bei. Konzipiert ist die Anlage, die vollautomatisch sich den gegebenem Bedarf anpasst, so, „dass die Benutzerinnen und Benutzer nicht viel mehr machen müssen, als den Ein- und Ausschaltknopf zu drücken.

3. Platz

ReGreen mach’s Co2-neutral

Wenn schon CO2 verbrauchen, dann wenigstens irgend etwas zum Ausgleich beitragen – das ist die Idee von ReGreen eines Schülertrios aus der Schumpeter-HAK in der Wiener Maygasse. Christoph Rebernig und Karim Abdel Baky und Niko Moshammer bauten dafür eine Website. Auf der können Interessierte ihre gefahrenen Kilometer in den entsprechenden CO2-Ausstoß berechnen lassen. Und wer will, kann im Shop Ausgleichsmaßnahmen kaufen. Das Geld kommt entweder einem Aufforstungsprojekt von Wäldern im afrikanischen Ruanda zugute. Geplant sind weitere Kompensationsprojekte wie Biomassen-heizungen im Waldviertel (NÖ). Für die Ausgleich zahlenden Auto- oder Motorrad-Fahrer_innen gibt es Aufkleber.

Bisher sind übrigens bereits mehr als 355.000 gefahrene Kilometer bzw. deren CO2-Ausstoß ausgeglichen worden – von rund 50 verschiedenen Menschen. Das Schülertrio hat sein Projekt bereits als eigene Firma etabliert: www.regreen.at

Anerkennungspreise

E-Kart

Elektromobilität ist ein häufiges Thema. Schwachpunkt praktisch immer und überall: Die (Auf-)Ladung. Tom Rettenwander, Johannes Stockhammer und Philipp Huber von der HTL Braunau (OÖ) tüftelten und ersannen eine effizient(er)e Rückgewinnung von Energie aus dem Bremsvorgang – womit der Akku bei jeder Bremsung (auf)geladen wird.

Ökologische, energie-effizientes Bierbrauen

Max Zieger vom BG Tamsweg (Salzburg) setzte sich in der vorwissenschaftlichen Arbeit (vwA) für seine Matura mit Bier auseinander – mit der ökologischen und energie-effizienten Produktion. Er erfand kein neues Verfahren, aber wertete bestehende angewandte Techniken aus, die noch viel zu wenig bekannt sind. So kommt die Brauerei Murau ohne fossile Brennstoffe aus, weil sie ihre Produktion mit dem regionalen Fernwärmenetz verknüpft. Das Wasser bleibt im Kreislauf, die Erwärmung/Erhitzung erfolgt über das regionale Biomassekraftwerk. Und Göss macht aus dem Abfall im Brauprozess (Treber) Biogas – und gewinnt damit Energie, die jene aus Sonnenkollektoren ergänzt.

Würden alle Brauereien der Welt so produzieren, ergebe sich eine mehr als beachtliche Energieeinsparung, berechnete der angehende Maturant: Es wird dabei so viel Energie eingespart, dass ganz Österreich 14,5 Jahre damit versorgt wäre!

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