Jugend Innovativ 2015/16
05/30/2016

Design ist mehr als Behübschung ;)

Jugendliche zeigen in dieser Kategorie, dass es um weit mehr als "schöne" Gestaltung geht.

von Heinz Wagner

Hier die fünf Design-Projekte des Jugend-Innovativ-Finales 2015/16

1. Platz

„CareBed – CareGood“

Dass da bisher noch niemand drauf gekommen ist...!?!?!? Ein neuartiges Pflegebett haben Josef Rampitsch, Petra Proprenter und Lukas Rieger von der HTL Wolfsberg (Kärnten) erfunden. Das hölzerne Bettgestell besteht aus zwei Hälften, die wie Finger ineinander greifen und über eine Achse auseinander gedreht werden können. Damit kann die Patientin, der Patient ohne Beeinträchtigung liegen bleiben, die „Finger“ einer Hälfte werden rausgedreht, die Pflegekraft kann die Bettwäsche tauschen usw.. Danach kommt die zweite Seite dran. „CareBed – CareGood“ nannte das Trio die eigene Erfindung.

Rampitsch war einst Tischlerlehrling, hatte einen Unfall und musste ein Jahr lang mit einer schweren Wirbelverletzung im Krankenhaus liegen – „das ist also nicht nur was für Ältere, es kann jeden treffen. Ich “, meint der (Mit-)Erfinder. „Nach dem Unfall musste ich meinen Traumberuf aufgeben, das konnte ich körperlich nicht mehr, wollte aber eine höhere Ausbildung machen, die nicht so weit davon entfernt ist. Und aus der eigenen Erfahrung heraus, dass Patient_innen während des Bettenmachens oft in eine „ungemütliche“ Hängevorrichtung gelegt werden oder für die Pflegekraft mühsam auf eine Seite gerollt werden müssen, kam die Grundidee. Von der ausgehend konnte der Projektleiter sein Holzbe- und verarbeitungs-Know-How nutzbringend einsetzen. Zirben- oder Lerchenholz ist außerdem besonders gesund. Auf den Holz„fingern“ liegt eine Schaumstoffauflage.

Über Petra Proprenters Schwester, die Krankenpflegerin ist, kam auch fachliches Wissen aus der Spitalspraxis ins Projekt. Der dritte im Bunde, Lukas Rieger, wird übrigens seinen Zivildienst in einem Senior_innen-Heim leisten.

Übrigens: Übrigens: Zirben- sowie Lärchenholz sind „nebenbei“ für Allergiker gut. Und: Berechnung des Projektteams ergaben, dass dieses für alle bessere Bett auch kostengünstiger wäre.

2. Platz

Info-Dorf der fünf Weltreligionen

Jetzt, wo Religion so oft in Diskussionen, in den Medien eine große Rolle spielt, als trennendes, oft angefeindetes Element wollten Patricia Mendes Fernandes, Christina Schwarz und Nadja Palmberger von der Abteilung Innenraum- und Möbelgestaltung der HTL Mödling mit ihrer Diplomarbeit ein informatives Begegnungszentrum schaffen. Information übereinander, Begegnung miteinander – das war ihr Grundgedanke, den sie architektonisch in einem Modell umsetzten.

Rund um einen Ginko-Baum – „das ist der einzige der gleichzeitig Nadel- und Laubbaum und damit schon sehr symbolisch ist – gruppierten sie fünf gleichartige, gleichgroße, gleich gestaltete Naturholzgebäude. LED-leisten zeigen die Symbole von Christentum (Kreuz), Islam (Halbmond), Hinduismus (Om), Buddhismus (Rad des Lebens) und Judentum (Davidstern). Die Gebäude sind in jeweils eine Dauer- sowie eine Wechsel-Ausstellung unterteilt. Wasser, das vom zentralen Platz aus weg rinnt, symbolisieren das lebenswichtige Element.

Bei der Ausstellung im Bundesfinale fragten die drei Jugendlichen immer wieder Besucher_innen, ob sie Fragen oder Statements zu Religion hätten und wer wollte konnte diese auf eine Karte mit dem eigenen Foto schreiben und an eine Wand pinnen.

„Ich will in einem Land leben, in dem kulturelle Vielfalt und auch die Vielfalt der Religionen Platz hat“, schrieb die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, für die der Besuch und Auftritt beim Jugend-Innovativ-Finale der allererste Außenauftritt in ihrer neuen Funktion war.

3. Platz

Be Yourself

Welche Klamotten brauchst du um in, hipp oder was auch immer zu sein? Wie musst du dich stylen, deinen Body quälen, trimmen usw.?
Nix da, sei du selbst – das war von Anfang an die Aussage, auf die Emre Utma, Ardit Bacaj, Simon Grass und Granit Jakupaj von der HTL Ottakring (Wien) im Fach Medientechnik hin wollten. Klar war dem Quartett auch, „wir wollten unbedingt einen Film machen, eine 3D-Animation. Besonders inspiriert hat uns die animierte Lampe, die immer am Beginn der Pixar-Filme zu sehen ist. Drum wollten wir auch was mit einem Gegenstand machen“, verraten die vier dem (Kinder-)KURIER.

John Lasseter, der mit seiner hüpfenden Lampe vor fast 30 Jahren beim weltweit renommierten Prix Ars Electronica in Linz die goldene Nica gewonnen hat, hat dem animierten ding sozusagen Leben eingehaucht. Das machten die vier Burschen aus Wien mit ihrer Bottle. Wie auch immer sie sich verkleidet und verstellt, der Türsteher – ein Kasten – lässt sie nicht in den Club. Erst als sie als sie selbst, nur als Flasche, antanzt, darf sei rein zum Abtanzen. „Wir haben auch mit einer DJ-Software die Soundeffekte selber programmiert“, sind die vier auf BeYourself“ zurecht stolz.

Anerkennungspreise

Rescue flash – Design zur Abschreckung

Ein Armband mit vielen Funktionen schufen Tobias Penz, Dominik König und Dominik Rettensteiner von der HTL Waidhofen/Ybbs (NÖ): Zuallererst können Benutzer_innen einen heftigen, grellen Blitz auslösen, um Angreifer_innen zuerst einmal zu schockieren und hoffentlich in die Flucht zu schlagen. Mit Start der Blitz-LED kann auch über Blue Tooth oder WLAN ein Notruf ausgelöst werden.

Sollte – hoffentlich – der Notfall nie eintreten, kann über einen anderen Knopf eine Taschenlampe und einen weiteren ein Ultraviolett-LED bedient werden – um beispielsweise Sicherheitsmerkmale auf einem Geldschein zu erkennen.

Das ist aber noch immer nicht alles: Das Trio hat auch kleine Laschen für Fläschchen ins Armband eingebaut – für homöopathische Notfall-Globoli – wie die Kügelchen heißen, die keine unangenehmen Nebenwirkungen haben.

Serviettenring-Eierbecher

Anna Gundendorfer aus der HTL Steyr (OÖ), dem zweig Goldschmied_in, wollte ein praktisches und doch schönes Ding produzieren. Bei einer festlich gedeckten Tafel dachte sie, da liegt und steht so viel Zeugs herum. Vielleicht ließe sich manches kombinieren. Ein Serviettenring kam ihr in den Sinn. Nur eine Ring könnte vielleicht wie eine Klopapierrolle ausschauen, also den Schwung in einer Halbrolle fortsetzen, dort einen Schlitz rein fräsen und schon wird der Serviettenhalter auch zu einer Halterung für die Tischkarte. Nach etlichen entwürfen und Skizzen und einem ersten Prototypen kam der Kunstschmiedin beim Herumspielen die Idee, das Ding – ohne Serviette – um 90 Grad zu drehen und auf den Tisch zu stellen – tatatata: jetzt ist’s auch noch gleich ein Eierbecher.
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