Jugend Innovativ 2015/16
05/30/2016

Engineering/Elektrotechnik/Elektronik/Land- und Forstwirtschaft u.a.

Von Baum schonender Spritzmittel-Dosierung bis zur Klein-Brau-Anlage und einem neuartigen Notfall-Anzeigesystem.

von Heinz Wagner

Die Kategorie Engineering ist seit Jahren die mit den meisten Einreichungen. Deshalb wurde sie schon vor ein paar Jahren zweigeteilt: Maschinenbau/Mechatronik einerseits sowie Elektrotechnik/Elektronik andererseits. In dieser Kategorie "spielten in diesem Jahr noch weitere Projekte mit - Land- und Forstwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Gebäudetechnik, Bau-/Holztechnik. Hier die Top 5:

1. Platz

Zusatz schont nun Bäume: Automatisierte Spritzmitteldosierung

Jetzt können junge Bäume in der Baumschule aufatmen. Severin Bogenhuber, Manuel Altenbuchner und Julian Galluseder von der HTL Braunau (OÖ) haben einen bisherigen Spritzmittel-Aufsatz für Traktoren umgebaut.

Mit solchen Zusätzen wird Mittel auf den Boden gesprüht, um Unkraut zu vernichten. Bisher bekamen aber auch die jungen Bäume, besonders sogar die sogenannten Veredelungsstellen das gesprühte Mittel ab. Klar, dass das nicht das Gesündeste ist. Das bereitete einem Baumschulbesitzer Kopfzerbrechen, er wandte sich an die Braunauer HTL – damit sich dort Jugendliche den Kopf zerbrechen.

Die drei oberösterreichischen Schüler haben eine Vorrichtung erfunden, die checkt – mit Hilfe eines Frequenzlichttasters –, ob da ein Baum ist oder nicht. Nachdem ein Mikrocontroller jeweils die entsprechenden Signale übermittelt bekommen hat, steuert er zwei Magnetventile, die den Spritzmittelfluss regulieren. Beim Baum wird nicht gesprüht. Das ist für die Bäume gesünder, es braucht auch weniger Spritzmittel – ist also gesünder und noch billiger.

Außerdem gleichen laufende Tasträder Unebenheiten des Bodens und die ruckelnden Bewegungen des Fahrzeugs aus, damit die Düsen immer auf derselben Höhe bleiben.

Die effiziente – und vielleicht kompliziert klingende – Erfindung ist aber einfach gebaut und einsetzbar.

2. Platz

Brew Bro‘ – die vollautomatische Bierbrauanlage

Für Gastro aber auch für bierliebende „Heimwerker“, die Wert auf Spezielles und nicht Massenware legen, haben Florian Perl, Moritz Mayer, Clemens Peleska und Sebastian Tiebor von der HTL Rennweg (Wien) in Zusammenarbeit mit einem professionellen Brauanlagen-Hersteller (Salm) eine voll funktionstüchtige kompakte, vollautomatische, fast handliche – passt genau auf zwei Euro-Norm-Paletten – Bierbrauerei erdacht, gezeichnet, gebaut und programmiert. Alles kann verstellt werden, praktisch nichts und nirgends muss eingegriffen werden. Die Steuerung erfolgt über ein Touch-Display.

3. Platz

Eine Maschine, viele Aufsätze statt vieler Maschinen

Zugegeben der Projekttitel könnte Verwirrung, Unverständnis auslösen. Aber was Elias Vögel und Laurenz Fussenegger von der HTL Rankweil „modular numerical controlled prototyper“ nannten ist nichts anderes als eine Basismaschine mit verschiedenen möglichen Bearbeitungsaufsätzen. So braucht’s dann nicht extra einen 3D-Drucker, eine Fräse, einen Bohrer, einen Dispenser und was noch immer benötigt würde. Gerade für den haugebrauch, für Projekte oder auch kleine Firmen stellte diese Multifunktionsmaschine eine platz- und nicht zuletzt kostensparende Alternative zum Ankauf vieler verschiedener Geräte dar.

Neben der Idee schafften die beiden HTL-Schüler, übrigens im Gegensatz zu den meisten anderen nicht aus der Matura-, sondern erst aus der 3. (!) Klasse, es einen Prototypen herzustellen, der auch wirklich funktioniert. Dazu mussten sie nicht nur mechanisch bauen, sondern auch die entsprechende Elektronik bauen und Software schreiben.

Anerkennungspreise

Downhill-Tracker

Mit einem echten Europameister (Markus Pekoll im Jahr 2013) haben die beiden Schüler aus der HTL Salzburg zusammen gearbeitet. Benjamin Mandl und Emanuel Dürnberger tüftelten an einem Mess-System für Mountainbikes. Damit die Rennradler genauere Daten über eine Rennstrecke sammeln und ihr Sportgerät entsprechend einstellen zu können. Die von einem Einplatinen-Computerlein (Raspberry Pi) erhobenen Daten, wie weit die Federgabel des Bikes eintaucht, werden automatisch an ein Smartphone übertragen – kombiniert mit den GPS-Daten kann so die Ideallinie und die optimale Einstellung gefunden werden.

rescU – innovatives Leit- und Evakuierungssystem

Wer kennt sie nicht, die grünen Männchen auf weißem Feld auf grüner Tafel mit weißem Pfeil. Hier ist der Notausgang. Was aber, wenn’s in einem großen Gebäude gerade dort brennt?
Marcell Haritopoulos und Matthäus Mayr von der HTL Salzburg dachten sich ein digitales, steuerbares System solcher Hinweisschilder samt Sensoren aus. Die jetzigen Schilder würden durch digitale ersetzt – die jeweils einen eigenen Akku integriert haben, damit sie auch bei Stromausfall weiter funktionieren. Außerdem sind sie neben verkabeltem Netz an ein Funknetz angeschlossen, ebenfalls für den Ausfall. Die Sensoren der Tafeln messen Temperatur und Luftzusammensetzung, können so auch im beginnenden Notfall Alarm in der Serverzentrale schlagen. Von dort aus werden auch die Anzeigen gesteuert und gegebenenfalls weist ein Pfeil dann in eine andere Richtung – zur vielleicht weiter entfernten Tür, aber einer, vor der’s nicht brennt oder voller Rauchgas ist...

Obendrein denken die beiden, die Tafeln im Nicht-Notfall auch für Werbezwecke vermieten zu können.

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