
© Heinz Wagner
JA! Nein! Oder?
Rund zwei Dutzend Jugendliche einer Wiener AHS näherten sich der Nationalratswahl als zentrales Element von Demokratie vor allem mit künstlerischen Mitteln.
Eine Schaufensterpuppe komplett mit Zeitungspapier überzogen – engst anliegend – wie eine zweite Haut. Um den Hals das Kabel einer Maus, in einer Hand eine Fernbedienung, in der anderen eine große Lupe. Aus dem Kopf ertönen Stimmen – durcheinander. Außer hin und wieder einzelnen Wortfetzen ist sonst nichts ist zu verstehen. „Genau das wollten wir, das sind alles Wahlkampfreden verschiedener Politiker_innen“, beginnt Kerstin Doupona dem Kinder-KURIER die Skulptur zu beschreiben, die sie gemeinsam mit Manuel Geißhüttner und Magdalena Schmid gebaut hat. „Durchblick“ nannte das Trio die Arbeit. „Mit der Puppe wollen wir zeigen, dass es zur Wahl viele Informationen in allen Medien gibt, einen Informationsdschungel (Zeitungen, Fernsehen, Computer, Radio), in dem aber auch jede und jeder selbst die Aufgabe hat, durchzublicken. Dafür steht die Lupe.“

Wen oder wen nicht oder weiß wählen? Hauptsache Wahlrecht nutzen!
Informationen zu durchforsten, zu hinterfragen, auf ihren Wahrheitsgehalt abzuchecken – vor dem Hintergrund dieser durchaus anstrengenden Tätigkeiten gilt es schließlich Entscheidungen zu treffen. Dieser Gesichtspunkt zieht sich durch mehrere andere der Gruppenarbeiten im Vorfeld der Nationalratswahl von Ende September (2013). Ganz konkret mit der Wahl und der – nicht zuletzt bei Jugendlichen - weit verbreiteten Verdrossenheit mit dem aktuellen Parteienangebot setzten sich Marion Varga, Alexander Bauer, Michael Wagner und Barbara Siegl in einem Video auseinander. Ursprünglich, so erzählt die Gruppe bei der Projektpräsentation, „wollten wir eine allgemeine Straßenumfrage machen, haben uns dann aber entschieden, nicht fremde Leute irgendwo zu fragen, sondern in unserem persönlichen Umfeld, weil ja auch praktisch alle in der Klasse mit dem Angebot, das zur Wahl steht, mehr oder weniger unzufrieden sind.“ Eine spannende Folge der intensiven Arbeit: „Es sind zwar alle irgendwie unzufrieden, aber praktisch alle werden wählen gehen. Und wenn wer weiß wählt ist es immer noch eine bessere Entscheidung als das demokratische Wahlrecht gar nicht zu nützen“, fassen diese vier Jugendlichen viele Standpunkte ihrer sehr differenziert und ausgefielt argumentierenden Kolleg_innen zusammen.
Entscheidungen treffen
Dass Entscheidungen treffen und wählen gar nicht nur auf Politik und einmal in fünf Jahren beschränkt ist, sondern praktisch täglich stattfindet, versuchten Johannes Bochsbichler und Momen Abduo in ihrem Video plastisch und anschaulich darzustellen: Milchschnitte oder Apfel bricht die Frage des Auswählens mit dieser Entscheidung zwischen diesen beiden Lebensmitteln, einer zwischen zwei Musiknummern und zwischen Design bzw. Leistung eines elektronischen Geräts auf den Alltag herunter. So einfach, weil auch nicht so unmittelbar, ist es natürlich – auch das zeigt der Film – bei einer politischen Wahl nicht. Doch letztlich ringt sich der Hauptdarsteller des Videos durch, in eine Wahlkabine zu gehen und eine der Listen anzukreuzen.
Aktionistisch...

Fragen und Aufforderungen

Und in der Schule?
