Für Frieden und gegen Klimawandel radeln
Vor dem Wiener Stephansdom „reitet“ Abhisek Kumar Sharma mit seinem eBike ein. Geschmückt mit einer österreichischen und einer indischen Fahne, die im herbstlichen Wind am Lenker flattern. Vor dem Lenker hat der Weltumradler eine kleine Tafel angebracht, die auf seine Anliegen aufmerksam macht: Für den Frieden und gegen den Klimawandel.
Seit November 2014 auf Tour
Im Zentrum Wiens trifft ihn der (Kinder-)KURIER. „Ich bin seit 10. November 2014 unterwegs. Da bin ich von Fatehgarh im nordinidischen Bundesstaat Utar Pradesh losgefahren. Mit einem normalen Fahrrad, das dann auf meiner Tour durch mein Heimatland Indien und einige asiatische Länder kaputt gegangen ist. Das hier ist jetzt schon mein insgesamt viertes Fahrrad, ein eBike, das mir eine Firma aus Litauen spendiert hat.“
Nach Studium wollte ich aktiv was tun
Nachdem der heute 28-Jährige vor mehr als zwei Jahren sein Umwelt-Studium mit Schwerpunkt Klimawandel an der Uni von Kanpur abgeschlossen hatte, „wollte ich aber nicht nur forschen und reden, sondern auch was tun, möglichst viele Menschen überall auf der Welt davon überzeugen, dass wir alle gemeinsam etwas tun müssen, um die drohende Klimakatastrophe zu verhindern. Unabhängig von unserer Herkunft, Nationalität, Sprache, Religion... wir alle sind Menschen ein und desselben Planeten Erde. Den dürfen wir nicht zerstören. Und wir müssen in Frieden miteinander auskommen und leben.“
Und dann zählt Abhisek Kumar Sharma neben den beiden großen Zielen auch noch etliche „kleinere“ auf wie „Freundschaft, Liebe, Respekt und so „nebenbei“ erwähnt er, „ich bin auch schon lange 100-prozentigerVegetarier“.
Neben den direkten Begegnungen mit Menschen, „immer wieder fahren dann auch einige Leute ein Stück des Weges gemeinsam mit mir, manche nur kurze Strecken, andere sogar 1000 Kilometer“, verbreitet er seine Botschaften auch digital. Auf dem Radlerhelm hat er eine Action-Cam montiert, vor dem Stephansdom nimmt er eine Videobotschaft mit seinem Smartphone auf. Solche Dinge stellt er auf seine Homepage, wo er auch andere Menschen bittet, ihm Statements und Bilder zu posten.
Schon 20.000 Kilometer
20.000 Kilometer hat er schon in den Beinen, rund 20 Länder durchfahren. „Ich will mindestens durch 80 Staaten fahren, jetzt ist Europa dran. In Tschechien und Polen war ich schon, nach Österreich radle ich dann nach Bratislava, später in die Schweiz... im Winter will ich ich Spanien und Portugal fahren und dann nach Nordamerika, dann Südamerika, Afrika, Australien, Neuseeland, später wieder Asien. Ich möchte sogar nach Nordkorea. Für mich gibt’s keine Probleme, nur Herausforderungen.“
Ob er vor der Reise Geld gespart habe? „Nein, ich bin mit fast nichts weggefahren, meist laden mich unterwegs Leute in, da oder dort schlafen zu können. Zur Not hab ich auch eine Zelt und einen Schlafsack mit. Essen wird mir immer wieder unterwegs spendiert. Und natürlich spenden mir immer wieder Leute auch Geld, weil es schon viele gibt, die auch meine Ziele und Anliegen unterstützen.“
Außerdem wird er immer wieder eingeladen, auch Vorträge zu halten, „am liebsten mach ich das in schulen oder Unis – vor jungen Leuten“.
Weltrekord
Auch so manches Treffen mit (Umwelt-)Politiker_innen hat sich schon ergeben – vom indischen Ministerpräsidenten bis zum tschechischen Umweltminister. „In den Ländern, durch die ich fahre, schreibt die indische Botschaft immer die UmweltministerInnen an. In Österreich hat sich leider niemand interessiert gezeigt.“
Schafft Abhisek Kumar Sharma seine bis 2020 geplante Welt-Radtour für Frieden und gegen den Klimawandel, „dann stelle ich damit auch einen Guinness-Weltrekord auf“.
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