Dieses Foto von Norbert Rozsas hat Norbert Szabó zu seinem Text inspiriert

© Norbert Rozsas/österreichinstitut

Deutsch-Bewerb
03/24/2014

Radeln im Schnee ist spitze!

Gedicht übers Radfahren brachte 16-jährigem Budapester Platz 3 im Schreibbewerb des Österreich-Instituts. Interview. 153 Einsendungen aus 12 Ländern.

von Heinz Wagner

Radeln im Schnee ist spitze,/Bekommst Adrenalin und Hitze!" Das sind nur zwei von 34 gereimten Zeilen. Mit seinem Gedicht „Fahrrad-Rennen im Schnee!“ holte sich Norbert Szabó den dritten Platz des internationalen Schreibbewerbs in deutscher Sprache. Mehr als 150 Deutsch-lernende in (fast) aller Welt hatten Texte für den vom Österreich-Institut (dessen Zukunft derzeit völlig ungewiss ist) ausgeschriebenen Contest für Texte aller Art (Gedichte, Geschichten, Dialoge...) eingesandt. Radfahren war die thematische Vorgabe. Der Beitrag sollte sich nur auf eines oder mehrere Bilder eines vorangegangenen Fotowettbewerbes beziehen und in deutscher Sprache geschrieben sein.

Singendes Rad, Perspektivenwechsel...

Das Rennen machte der Text "Das singende Fahrrad" vonMartina Stříbrná aus Dvůr Králové in Tschechien. "Die Geschichte sprüht vor Phantasie und ist mit viel Leichtigkeit erzählt. Das Fahrrad ist der rote Faden, aber es passieren hier noch viel mehr Dinge", sagt die Journalistin und Jurymitglied Hermine Schreiberhuber über den Gewinnertext. Die 23-jährige Studentin wurde mit einem Fahrrad als Hauptpreis belohnt.
„Silber“ gab es fürAnna Ligostayevaaus der ukrainischen Stadt Donetsk mit ihrem Gedicht "Mein Name ist Fahrrad", in dem ein Fahrrad zu den Leserinnen und Lesern spricht. Der Text der 29-Jährigen überzeugte die Jury durch die ausgefallene Perspektive, die "gut getroffen und konsequent durchgehalten ist", ", meint der Juror Martin Ohrt von der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz.

Mit der Sprache spielen

Der drittplatzierte Text "Das Fahrrad-Rennen" des erst 16-jährigen Norbert Szabó aus Budapest (Ungarn) punktete vor allem durch den spielerischen Umgang mit der Sprache. Das Gedicht ist "die Leichtigkeit des Seins im Schnee", so Jurymitglied Christian Rupp von der Mobilitätsagentur Wien.

Interview

Da er der Jüngste unter den Topplatzierten ist, führte der Kinder-KURIER mit dem dichtenden Radfan Norbert Szabó ein Interview via Skype. „Deutsch lerne ich seit zehn Jahren“, beginnt der 16-Jährige – also seine gesamte Schulzeit. Seine Sprachfertigkeit verdankt er nicht zuletzt der Tatsache, dass er eine bilinguale Schule in der ungarischen Hauptstadt besucht. „Wir haben auch Fächer wie Biologie oder Mathematik teilweise in deutscher Sprache.“ Weshalb er sich gerade für Deutsch entschieden habe – diese Frage beantwortet der „Bronze“-Medaillen-Gewinner so: „Meine Mutter hatte mir vorgeschlagen, recht früh mit einer zweiten Sprache zu beginnen und ich glaube, wenn jemand mit Deutsch anfängt, dann fällt es auch leichter Englisch zu lernen. So begann ich mit Deutsch ab der ersten Klasse Grundschule und Englisch ab der fünften Klasse.“

Dichten macht Spaß

Auf den Wettbewerb „bin ich über die Website des Österreich-instituts gestoßen, ja und ich hab einfach Lust darauf bekommen, mit zu machen“.
Und weshalb in Gedichtform?
Wir mussten auch schon für die Schule in der achten Klasse Gedichte verfassen. Das hat mir Spaß gemacht. Mein Literaturlehrer hat gesagt, dass ich das sehr gut mache. Für den Bewerb hab ich mir dann eine Geschichte überlegt und mir dann gedacht, warum nicht auch diesen Text gleich in gereimter Form schreiben?!“
Szabó war aber mit seiner ersten Version nicht ganz zufrieden, „ich hab immer wieder korrigiert, bis es mir wirklich selber auch gefallen hat“.
Mit seiner Platzierung „bin ich zufrieden, obwohl es schon irgendwie besser gewesen wäre, wenn ich ein Fahrrad gewonnen hätte, weil ich derzeit keines habe“.

Turniertänzer

Seine Freizeit nützt der 16-jährige Schüler der 10. Klasse vor allem für Turniertanzen. „Seit sieben Jahren tanze ich Standard und Latin – gemeinsam mit Viktória Vasas.“

In der Schule „gefällt es mir sehr, wir haben sehr freundliche Lehrerinnen und Lehrer, am liebsten habe ich Biologie und Chemie.“

Mit 85 Texten kamen die meisten Einsendungen aus Polen, gefolgt von 27 aus Italien, 18 aus Tschechien und 10 aus Ungarn. Weiters nahmen Deutschlernende aus der Ukraine, Serbien, Weißrussland, Marokko, der Schweiz, Mexiko, China und Österreich teil.
123 Texte stammten von Erwachsenen, 30 Texte von Kindern und Jugendlichen.

Die besten Texte sind auf der Webseite des Österreich Instituts Wien nachzulesen und werden in einer Broschüre veröffentlicht.
www.oesterreichinstitut.at

Hier geht's zu den Bildern des vorangegangenen Foto-Bewerbs, die wiederum Anregungen für die Texte des Schreibbewerbs waren!

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.