Was fehlt denn da im Rechenhaus? Savita, Omer, Behar und Mihailo aus der Oskar-Spiel-Volksschule in Wien-Fünfhaus sind gierig aufs Arbeiten

© Heinz Wagner

Digitale Bildung
12/08/2015

Vom Rechenhaus und Fakebook

Kinder und Jugendliche zeigen, wie sie Tablets im Unterricht einsetzen.

von Heinz Wagner

Wann können wir endlich anfangen?“, fragen die vier Kinder ungeduldig. Die Lehrerin vertröstet sie: Noch fünf Minuten.“ Die sind vorbei, Savita, Omer, Behar und Mihailo werden immer unruhig, die Erstklässler_innen aus der Volksschule Oskar-Spiel in Wien-Fünfhaus wollen zu arbeiten beginnen. Endlich kommen die erwachsenen interessierten Gäste des Informationstages zu digitaler Bildung im Samsung-Tower in der Wiener Praterstraße auch in den Raum der vier Kids. Die holen sich aus Sackerln an einer Flip-Chart-Tafel Papiere mit großen QR-Codes. Die scannen sie mit ihren Tablets ein und starten mit den Aufgaben – Rechnungen, Bild-Wort-Memorys und anderen.

„Manches ist mit den Tablets lustiger“, meint das Quartett wie mit einer Stimme. Die Warum-Frage beantworten sie mit „weil es auch Spiele gibt“. Aber, „so Savita, „schreiben find ich mit der Hand im Heft leichter, dafür geht radieren auf dem Tablet viel besser“.

Batterieschaltungen

Mariela aus der 1a der Informatik-MittelSchule in Stockerau hingegen findet sogar schreiben auf dem Tablet besser. „Du kannst das in S-Note sogar mit dem Finger, aber das ist nicht so gut, mit dem Stift, der beim Tablet dabei ist, geht’s aber sehr gut. Und es kann nicht passieren wie bei der Füllfeder, dass alles verschmiert wird, wenn du einen Stoß kriegst.“
Und ein Foto kann leicht beschriftet werden, die Beschriftung gelöscht oder verändert werden, und, und, und. Mariela und Selina zeigen in wenigen Minuten urschnell viele verschiedene Anwendungen, wie sie mit ihren Tablets in der Klasse arbeiten.

Unter Strom

Aber das nur so nebenbei, denn diese Gruppe steht in ihrem Raum sozusagen unter Strom. Mariela und ihre Kollegin Selina haben schon verschiedene Positionen eines kleinen Glühlämpchens und einer Batterie durchprobiert. Wo sie zu leuchten beginnt und wo nicht. Neben jeder Antwort steht eine Ziffer. Die jeweils richtigen der elf möglichen Stellungen beginnen die beiden Mädchen auf einem Blatt mit vielen Kästchen auszumalen. „Das müssen wir ganz genau machen“, so Selina, „weil das dann ein Bild wird wie ein QR-Code“.
Am Tisch nebenan basteln Jan und Oliver an Batterie-Schaltungen., die sie danach – ebenfalls mit dem Tablet – fotografieren.

Fakebook

George, Jana, Dorian und Sebastian aus dem ORG der Wiener Sängerknaben arbeiten an Fakebook. Nein, kein Tippfehler, genau so heißt dieses Werkzeug auf der Plattform classtools.net, mit deren Hilfe kleine Lerngames, Quizes und ähnliches frei erstellt werden kann. „Wir erstellen jetzt alle ein Fake-Profil von der Hauptfigur eines Buches, das wir gerade in Englisch lesen“, verraten die Schüler_innen dem KiKu. „In Englisch und Bio verwenden wir meisten die Tablets“, berichten die vier aus der 5a, „in Mathe eher das Heft. Das hängt von den Lehrerinnen und Lehrern ab. Aber auch in Mathe sollten wir das Tablet verwenden, weil wir bei der Matura ja auch mit technischen Hilfsmitteln arbeiten dürfen/müssen“, ergänzen sie augenzwinkernd.

Schneckenspiel und Buchstabensalat

Gerade Mathe ist einer der Gegenstände, in denen Anna, Katrin, Robyn und Amber mit den Tablets arbeiten. Über QR-Codes aus dem Prototyp eines neuen Mathebuches holen sich die Schülerinnen des B/RG Klosterneuburg ihre Aufgaben – vom einfachen Rechen-Schneckenspiel bis zu einem Buchstabenspiel mit mathematischen Begriffen, die zuerst auch verstanden werden müssen, bevor’s weitergeht. Neben Mathe können sie die kleinen flachen Computer „natürlich auch in Informatik, da haben wir gar kein Heft, aber auch in Religion verwenden“. Die Tablets gehören der Schule und müssen dort bleiben, aber so manche Hausübung können sie auch am eigenen Computer machen und mailen. Die Kolleg_innen aus Stockerau arbeiten daheim meist auf Netbooks.

Mehr Fotos - siehe Bilder!

Kids und ihre Tablets

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