Bilder vom Star-t-Finale

Acht singende und tanzende Top-Kinder und -Jugendliche

Wie ein Smiley, der wie ein Flummy hüpft – und das noch im Takt der Musik. Ach ja, Arme und Beine – und was sonst noch zu einem menschlichen Körper dazugehört – hat dieses dauerlächelnde Springinkerl. Und einen extrem koketten Hüftschwung. Damit sorgte sie gleich als erste Starterin im Talenteförderbewerb Star-t für Beifallsstürme des Publikums.
Seit ihrem vierten Lebensjahr tanzt die nunmehr 10-jährige Patrycja Kowalska. Und lacht und lächelt übers ganze Gesicht. Strahlend. Und herzhaft. Egal ob sie gerade tanzt, ein Interview gibt oder auch „nur“ durch den Raum geht.
„Weil ich immer bei den Autofahrten im Sitz zu Musik mitgetanzt haben, hat mir meine Mutter damals vorgeschlagen, in die Tanzschule zu gehen. Videoclip-dancing und Hip-Hop standen am Beginn der Kurse, später kamen in einer anderen Tanzschule Ballett und Jazzdance dazu.“ Fünf Mal in der Woche besucht sie Kurse. Neben Schule - „da mag ich am meisten Turnen und Werken“ - und Hausübungen tanzt sie. Und außerdem? „Tanzen!“
Nicht erstaunlich, dass sie schon eine fixe Idee von ihrem späteren Beruf hat: „Ich möchte Musicaldarstellerin werden.“
Für den aufgelegten Sieg in der Kategorie Tanz der Jüngsten wurde Patrycja Kowalska beim Star-t-Finale mit einem Stipendium im Performing Center Austria belohnt.



Mitreißend wie die tänzerischen Auftritt auch die Songs. Für die ersten standing ovations des Abends sorgte Marion Kaindl (14) mit ihrem zweiten Auftritt. Mucksmäuschenstill war's zunächst bei ihrer Interpretation von „Run“ gewesen.
Gänsehaut.
Gegen Ende Szenenapplaus und schließlich erhoben sich die Zuhörer_innen von den Sitzen um der unglaublichen Stimme der Sängerin mächtig Beifall zu spenden. Mit dabei im begeisterten Publikum, das Marion Kaindl bejubelte, auch mit einem Fan-Transparent Mitglieder der Band Blindbrats, mit der Marion schon aufgetreten ist. Mit einer Choreografie, die sie für die Bühne im Jugendzentrum Erdberg, dem Austragunsort des Finales, „zurechtstutzen“ musste, zeigte Sandra Schwann (15), welches Bewegungs- und Raumgefühl sie schon drauf hat. Überschläge, Sprünge, Spagat – diese artistischen Einlagen baute sie perfekt in ihre tänzerischen Performances (jede und jeder hatte zwei Auftritte) ein.

Gegen Ende des Jahres wird sie die große Bühne im Akzent nutzen können – denn der Lohn für ihren knappen zweiten Platz in der älteren Tanzkategorie ist ein Stipendium beim PCA für das Musical der X-Mas-Company. Um ein ähnliches Bewegungstalent handelt es sich bei Nazli Kellerlioglu. Allerdings entdeckte die 17-jährige HTL-Schülerin dieses erst vor einem Jahr.

„Ich war total schüchtern, hätte mir das nie zugetraut“, gesteht sie dem Online-KiKu. „Und dann gab's im Jugendzentrum einen Tanzbewerb, bei dem meine Schwester und eine Freundin mitmachen wollten, aber noch eine dritte brauchten. So haben sie mich gefragt. Ihnen zuliebe habe ich mich überwunden und mir YouTube-Tanzvideos angeschaut, um was zu lernen. Die autodidaktische Vorbereitung hat's gebracht, die junge Dame mit dem Bewegungsvirus zu Musik angesteckt, der erste gemeinsame Auftritt machte Lust auf mehr.

Die Lernmethode blieb die selbe: Onlinevideos anschauen, sich anregen lassen, „aber nur nachtanzen war mir bald zu langweilig, deswegen begann ich zu freestylen – am liebsten zu Raps, aber auch zu Hip-Hop, Electro...“
Und das alles neben der intensiven Schule. „Erst gestern hab ich eine Projektarbeit abgegeben, für die musste ich 150 Stunden arbeiten. Die musste fertig sein, bevor wir auf Sprachwoche nach England fliegen, da ist für die Vorbereitung auf den Finalauftritt nicht mehr allzuviel zeit geblieben.“
Aber genug, um Platz 1 in der Tanz-U21-Kategorie zu erlangen. Weil sie noch nicht so genau weiß, in welche Richtung sie ihre tänzerische Ausbildung perfektionieren will, bekam sie ein einjähriges Stipendium im Kinder- und Jugend-Tanzstudio Arriola, um sondieren zu können, was sie bevorzuge. Seit vielen Jahren schon bevölkert Natália Kelly alle möglichen Bühnen mit ihren Gesängen. 2004 im Finale des Kiddy Contest (Duo mit Manuel), davor schon bei der Kinder-Casting-Band „Gimme 5“ und und und nun im Star-t-Finale mit zwei traumhaft performten Songs. Für den zweiten, „Hurt“, heimste sie die dritten standing ovations des Abends ein. Erstmals seit den sechs Star-t-Jahren nahm eine Klassik-Sängerin teil. Mai Leeb (15) konnte das Publikum mit einem spanischen und einem brasilianischen Lied (Clavelitos – kleine Nelken und Azuola) begeistern.

„Ich singe seit ich drei bin, ich kann auch Pop, aber am liebsten ist mir Klassik. Seit 2004 trete ich auch in der Volksoper auf.“ Etwas ungewöhnlich vielleicht ihr Gesangstraining: „Mein Lehrer, Jesús Quiñones Ledesma, lebt in den USA. Unsere Gesangsstunden machen wir via Skype.“ Jeffrey Gabunia (18) beeindruckte mit seinen Gesangsauftritten, nicht zuletzt einem, in dem er einen Rap extrem musikalisch interpretierte. Die zweiten standing Ovations holte sich Florian Angerermit Keyboard- und Gesangs-Interpretation von Michael Jacksons She's out of my life. Der 17-Jährige singt und spielt aber nicht nur Keyboard. Tuba, Schlagzeug, Saxofon, Block- und irische Flöte (Tin whistle), Akkordeon und verschiedene Mundharmonikas zählen ebenfalls zu seinem instrumentalen Repertoire, wie er dem Online-KiKu anvertraut. Achja, „in erster Linie spiel ich nach Gehör, Noten gibt’s zwar in Braille-Schrift (Blindenschrift Anm. der Red.) aber da bin ich mit dem Hören viel schneller als mit dem Lesen – mit den Fingern.“

Außerdem ließ Angerer am Rande seiner Bühnenauftritte auch kabarettistische Fähigkeiten aufblitzen, sorgte beispielsweise für Lacher als er die Ansage des Moderators bei einem Gemeinschaftsauftritt, dass er das blaue Mikrofon bekäme, quittierte: „I seh's genau!“ Natália Kelly sowie Marion Kaindl, Felix Angerer und Dino Banjanović (Vorjahrs-Publikumssieger) sorgten dann als die Jury (Monika Ballwein, Johnny Palmer, Patricia Graf-Simpson und Michael Pinkerton) über der Punktewertung tüftelten für zwei grandiose gemeinsame Songs – Seasons of Love sowie Oh happy day. Diese Performances, zu denen sich die “Konkurrent_innen” am Rande des Semifinales zusammengetan hatten, verdeutlichten, bei Star-t geht es weniger um einen Bewerb als mehr um gezielte Talente-Förderung. Das Quartett wird vom Organisator und Initiator Helmut Karmann weiter unterstützt werden, eine CD-produktion soll ebenso folgen wie erneut eine gemeinsame Aufnahme eines Songs mit den Finalist_innen dieses Jahres.

Dino Banjanović, Publikums-Sieger des Vorjahres hatte auch die Jurywertung in der Kategorie Gesang/U21 gewonnen. Und wurde als Förderpreis unter anderem mit einem Jahresstipendium für Gesangsunterricht an der Musikuni belohnt, wo er sich mit seiner Reisenstimme binnen kürzester Zeit zum Liebling sang. Geht alles gut, wird er dort als erster blinder Student mit seinem ordentlichen Gesangsstudium beginnen.
Und so „nebenbei“ will sich der Sänger und Entertainer Mitte Juni dem Casting für „Das Supertalent" (RTL) stellen. Apropos Erfolge: Die U21-Gesangssieger des Star-t-Finales 2006, Daria Kinzer hatte heuer Kroatien beim Eurovisons-Songcontest vertreten. Die in Österreich zweisprachig aufgewachsene Sängerin hatte sich im Internet nach möglichen Bewerben umgeschaut, war darauf gestoßen, dass Kroatien in einer sechsteiligen TV-Auswahlshow eine Vertreterin/einen Vertreter für den Songcontest sucht. „Da hab ich hingemailt und mich beworben. Und dann kam sie von Runde zu Runde weiter, wurde zum Star in der Heimat ihrer Mutter und flog für Kroatien nach Düsseldorf.

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(kurier) Erstellt am
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