Zeiler: Kein frontaler Angriff auf den ORF

Medienmanager Gerhard Zeiler beim IAA Business Communications Lunch.
Foto: apa/orf

RTL-Chef Zeiler sprach bei einem Vortrag über die "Zukunft des Fernsehens" und was ein Angriff auf den ORF kosten würde.

Fragen zum ORF seien nicht erwünscht, ließen die Veranstalter zu Beginn wissen. Die IAA - International Advertising Association hatte den Geschäftsführer der RTL-Gruppe Gerhard Zeiler zum "Business Communication Lunch", also Geschäftsessen in größerer Runde samt Vortrag zur "Zukunft des Fernsehens" geladen. Was sich Medien-und Marketingmenschen, unter ihnen auch Ex-ORF-Generalin Monika Lindner und ORF-Finanzchef Richard Grasl und die Privatsenderchefs Ludwig Bauer und Markus Breitenecker nicht entgehen ließen.

Zeiler galt bis vor Kurzem als möglicher Gegenkandidat zu Alexander Wrabetz für den derzeit ausgeschriebenen Posten des ORF-Chefs. Weil er aber nicht "willfährig parteipolitische Personalwünsche umsetzen" wolle und zudem sein RTL-Vertrag bis 2015 laufe, sagte Zeiler ab. "Das Thema ist durch".

So beantwortete er dann Fragen nach dem ORF ("hätten Sie auch gerne so etwas wie ORF III ?")so, wie er sie verstehen wollte: "Ich habe zehn Mal nachgerechnet, ob sich RTL in Österreich lohnen würde. Ja, es ist möglich. Aber nur, wenn man den ORF frontal angreift und dafür sehr viel Geld in die Hand nimmt, 75 bis 100 Millionen Euro. Selbst, wenn es positiv läuft, würden meine Gesellschafter sagen: Bitte, das Geld anderswo investieren."

Provokation

Die Kraft der Marke sei auch in Zukunft für Medien wichtig. "Die Marke ist genauso wichtig wie der Content". Wofür die Marke RTL stehe? "Jugend, Stärke, Innovation, Provokation. Die Leute müssen dass Gefühl haben, wir trauen uns etwas gegen das Establishment. Dazu gehört auch, ab und zu an die Grenzen gehen." Nicht zuletzt gehöre zur Marke RTL Relevanz: "Deshalb haben wir auch so stark in den Bereich Information investiert, auch wenn man damit kein Geld verdienen kann."

Zeiler geht außerdem davon aus, dass Fernsehen auch in Zukunft zum größten Teil linear sein wird, nur 20 Prozent würden nonlinear (im Internet abrufbar) sein. Dennoch müsse man in Online investieren, auch wenn "es niemanden gibt, der hier nennenswerte Gewinne macht". Anders sieht Zeiler die Zukunft des mobilen TV: "Mobiles TV ist schon da und es wird riesig werden."

(KURIER) Erstellt am
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