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Literatur
04/27/2019

Wolf Wondratscheks Finger- und Zehennägel

Das Buch "Erde und Papier" ist Restlverwertung mit schönen und weniger schönen Blasen.

von Peter Pisa

Ein verstärktes Auftreten von Durcheinander ist in der Literatur zu bemerken. Eine Restlverwertung, die aber durchaus bereichernd sein kann. Bei Ferdinand von Schirach war sie zuletzt ein Gewinn („Kaffee und Zigaretten“), jetzt folgt Wolf Wondratschek – berühmt für seine Gedichtsammlungen der 1970er-Jahre wie „Chucks Zimmer“.
Tom Waits ließ sich die Gelegenheit leider entgehen, die Texte zu singen.

Ohne Museum

„Erde und Papier“ hat kein Inhaltsverzeichnis. Es soll ineinander fließen: Unveröffentlichtes, Reden, Texte für Zeitschriften, Privatdrucke ...  und immer wieder kommt der Hinweis, wie viel Wondratschek einst fürs Geschriebenes kassiert hat.
Hotel Orient und John Lennon und Joe Frazier und Nabokov: alles stilistisch fein, lyrisch, und oft nichtssagend, schöne Blasen, auch weniger schöne: Es ist überraschenderweise nicht interessant, dass unter Wondratscheks Bett  Finger- und Zehennägel liegen. Man wird sie nicht ins Museum stellen.

 

Wolf
Wondratschek: „Erde und
Papier“
Herausgegeben von Claudia
Marquardt.
Ullstein Verlag.
336 Seiten.
24,70 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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