© Wolfgang Georgsdorf

Kultur
09/01/2019

Wenn Innovation in die Nase steigt

Der Linzer Wolfgang Georgsdorf baute eine Duftorgel. Doch ist die Kunstwelt bereit, zu schnuppern?

von Michael Huber

„Riechen ist der tiefste Sinn, doch in unserer Kultur ist es ein Stief-Sinn“, sagt Wolfgang Georgsdorf. „Wir blicken auf 4.000 Jahre Musikgeschichte, aber das Riechen ist nicht in vergleichbarer Art eingeübt.“

Die Gründe für die Minderbeachtung des Dufts sind vielfältig. Doch ein zentrales Problem ist technischer Natur: Anders als Bilder, Formen, Farben oder Töne sind Gerüche nicht ohne Weiteres konservier- und reproduzierbar, ihre Flüchtigkeit steht im Widerspruch zu einer gezielten künstlerischen Intention.

Der aus Linz stammende, in Berlin lebende Künstler Georgsdorf ist überzeugt, hier Abhilfe geschaffen zu haben: Er entwickelte den „Smeller 2.0“, eine Duftorgel, die in der Lage ist, in einem Raum eine klare Abfolge von Geruchseindrücken zu vermitteln.