Walter Pichler im MAK

Einer der bedeutendsten visionären Künstler der Gegenwart liefert mit seiner Ausstellung im Wiener MAK eine seltene Gelegenheit, sich mit seiner Kunst auseinanderzusetzen.

Selten gibt es die Möglichkeit, die Skulpturen von Walter Pichler außerhalb seines Gehöft im burgenländischen St. Martin zu betrachten. Dort hat der visionäre Gegenwartskünstler eine Skulpturenanlage geschaffen, in der jede der Plastiken ihren eigenen Raum besitzt. 
Ab dem 27. September können seine Werke im Wiener MAK - Museum für angewandte Kunst gesehen werden. 

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Walter Pichler
"Bett", 1971 Der 1936 geborene Walter Pichler begreift Kunst als Programm. Er entzieht sich der Dynamik der
aktuellen Kunstproduktion und arbeitet sehr langsam, oft viele Jahre an einer Skulptur, wobei er immer wieder Themen erneut aufgreift.

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Walter Pichler
"Haus für den Rumpf und die Schädeldecken", 1971-1981 Ende der 1950er Jahre entstanden Pichlers erste plastische Arbeiten, anschließend entwickelte er utopische Architekturmodelle zu Stadtplanungen und Bauten. 1963 veröffentlichte er sein legendäres Manifest "Architektur".

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Walter Pichler
Haus für die Bewegliche Figur, 1983 Walter Pichlers Hang zum Gesamtkunstwerk manifestiert sich in seinem erweiterten Atelier in St. Martin, das er 1972 zum Schauplatz erklärte. Einerseits präsentiert sich die Anlage als eine Art "Akropolis" der Skulptur mit "Laboratoriumscharakter".

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Walter Pichler
"Zusammengesetzte Figur" (Kopf von Dieter Roth), 1999 Für die MAK-Ausstellung entwickelte Walter Pichler eine Zusammenschau, die in einem dichten Szenario die figurative Plastik, entstanden in St. Martin seit den 1970er Jahren bis heute, in den Mittelpunkt stellt.

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Walter Pichler
"Roter Mantel", 1981
Zeichnung Essentielle skulpturale Arbeiten wie die beiden Torsi "Rumpf" (1982) und "Kleiner Rumpf" (1993) oder die "Bewegliche Figur" (1984), seine erste menschliche Proportionen imitierende Ganzfigur, werden durch Modelle und Zeichnungen in ineinandergreifenden und symmetrisch angelegten Präsentationsfeldern ergänzt.

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Walter Pichler
"Kleiner Rumpf", 1997 Beleuchtet wird die menschliche Figur als Fragment und als Gesamtkomposition, als Modell, mit Kleidung, in den Haltungen stehend, sitzend und liegend, oder als Zeichen einer Freundschaft wie die Skulptur "Zusammengesetzte Figur (Kopf von Dieter Roth)" (1999)

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Walter Pichler
"Bewegliche Figur"
(Detail: Kopf der beweglichen Figur, Seitenansicht), 1982 Gleichzeitig den Anfang und das Ende der Ausstellung markiert das Skulpturenensemble "Schwebender Stab" (1997) und "Drei Stäbe" (1998), das auf ein aktuelles, sich in Planung befindliches Architekturprojekt (Fertigstellung 2011) verweist, eine in die Landschaft integrierte, unterirdisch angelegte Kunstkammer.

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Walter Pichler
"Drei Stäbe", 2004
21 x 29,7 cm In seiner Arbeit als Bildhauer und Architekt bleibt Walter Pichler bis heute minimalistischen Gestaltungskriterien treu. Die Objekte sind axial und streng frontal aufgebaut, wobei einzelne Elemente archaische Formen aufgreifen.

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Walter Pichler
"Bewegliche Figur, Unterkleid" 1982 Walter Pichler wurde 1936 in Deutschnofen, Südtirol geboren. Er lebt und arbeitet in Wien sowie in St. Martin (Burgenland), wo er 1972 ein ehemaliges Gehöft erwarb.

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Walter Pichler Die Ausstellung ist hoch elegant (etwa in der Anbringung zweier Stabskulpturen über der in den Ausstellungsraum führenden Stiege) und verstörend. Auf dem mit Metall und scharf gebrochenem Glas bearbeiteten "Bett" möchte man nicht liegen, auch die zahlreichen Zeichnungen, Modelle und Objekte zu "Schädeldecke (wie ein Gebäude)" hinterlassen ein mulmiges Gefühl, ...

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Eine Innenansicht des Wiener MAK im Rahmen der Ausstellung "Skulpturen Modelle Zeichnungen" des Künstlers Walter Pichler ... als würde der Künstler sich am Schädel des Betrachters zu schaffen machen.

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Eine Innenansicht des Wiener MAK im Rahmen der Ausstellung "Skulpturen Modelle Zeichnungen" des Künstlers Walter Pichler Immer ist der Mensch das Maß aller Dinge, als stark reduzierte, fast abstrahierte Idee oder als Beginn einer Neuschöpfung durch den asketischen Denker und Künstler Pichler.

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Eine Innenansicht des Wiener MAK im Rahmen der Ausstellung "Skulpturen Modelle Zeichnungen" des Künstlers Walter Pichler Info: 
Walter Pichler. Skulpturen Modelle
Zeichnungen.
27. September 2011 – 26. Februar 2012
MAK-Schausammlung Gegenwartskunst

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Anlage St. Martin Foto

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(KURIER.at, apa / moe) Erstellt am
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