© Stadttheater Klagenfurt/Arnold Pöschl

Kritik
09/21/2021

"Walküre" in Klagenfurt: Packende Emotionen in opulenten Bildern

Bejubelte „Walküre“ am Stadttheater Klagenfurt als Auftakt zum gesamten Ring.

Von Helmut Christian Mayer

Zugegeben, man war anfangs etwas skeptisch, wie es wohl gelingen würde, Richard Wagners „Die Walküre“ auf der Bühne des doch nicht allzu großen Klagenfurter Stadttheaters zu realisieren. Denn das Werk stellt ja bekanntlich höchste Anforderungen an Sänger und Musiker und auch für jedes größere Haus eine immense Herausforderung dar.

Aber die Skepsis verflog schnell, als man das Ergebnis bei der zu Recht umjubelten Premiere sah.

Einer, der zu diesem Erfolg wesentlich beigetragen hat, ist der neue Chefdirigent des Hauses, der Australier Nicholas Milton, der in der von Wagner selbst für kleinere Theater geschaffenen, reduzierten Orchesterfassung Großartiges aus dem Kärntner Sinfonieorchester herausholt. Vom aufgewühlten Orchestervorspiel bis zum emphatischen Finale, mit „Wotans Abschied“ und dem „Feuerzauber“ wird wunderbar und ungemein ausbalanciert musiziert. Dabei werden die lyrischen Phrasen weidlich ausgekostet und es gelingt, große Spannungslinien aufzubauen, dabei die Durchhörbarkeit immer zu gewährleisten und sängerfreundlich zu bleiben.

Diese danken es mit großer Wortdeutlichkeit: Markus Marquardt ist ein nobler, weicher, subtil nuancierter Wotan. Magdalena Anna Hoffmann verfügt als Brünnhilde über alle hochdramatischen Spitzentöne wie auch feine Nuancen. All dies zeigt auch Julian Hubbard als Siegmund wie auch bei seinen beeindruckenden „Wälse“-Rufen. Martina Welschenbach ist eine intensive, schönstimmige Sieglinde. Ksenia Vyaznikova, als einzige weniger verständlich, singt eine ziemlich keifende Fricka. Rafal Pawnuk ist ein kraftvoller, angstmachender Hunding. Die Walküren singen tadellos.

Ohne Neudeutung

Konventionell, aber ganz klar, verständlich und ohne irgendwelche Neudeutungen lässt Aron Stiehl die Geschichte ablaufen. Dabei legt der Intendant des Stadttheaters besonderen Wert darauf, die inneren Emotionen der handelnden Personen offenzulegen. Dies gelingt ihm sehr berührend beim geschwisterlichen Liebespaar wie auch bei Wotans Abschied von seiner Lieblingswalküre. All dies kann man in einer sehr realistischen, teils opulent wirkenden Ausstattung (Okarina Peter und Timo Dentler) mit Hinweisen auf das Heute erleben.

Mit einer Gondel kommt Fricka im zweiten Akt, der auf imposanten Bergeshöhen in einem marmornen Raum spielt, angefahren. Etwas nüchtern dann das Finale bei einem stählernen Seilbahnrad. Stehende Ovationen! Der „Ring des Nibelungen“ wird in den nächsten Saisonen fortgesetzt.

 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.