Kultur
05.12.2011

von Trier: Nie wieder Pressekonferenzen

Nach dem Nazi-Sager in Cannes will der Regisseur gänzliche auf Pressekonferenzen verzichten und bedauert, Menschen verletzt zu haben.

Der dänische Regisseur Lars von Trier will nach dem Skandal bei den Filmfestspielen in Cannes, als er in einem Pressegespräch vorgab, Hitler zu verstehen, auf Pressekonferenzen gänzlich verzichten. Dies sagte er der französischen Tageszeitung "Liberation": "Ich werde keine Pressekonferenzen mehr geben, das ist vorbei. Ich mache das jetzt wie Terrence Malick. Es gibt keinen Grund, dass er allein dieses Privileg hat."

In Cannes hatte der Regisseur auf einer Pressekonferenz im Mai Sätze gesagt wie "Ich bin ein Nazi" oder "Ich verstehe Hitler. Ich glaube, dass er ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende". In Folge war der Däne von der Festivalleitung zur Persona non grata erklärt worden.

Er habe sich von Festivalchef Gilles Jacob überreden lassen und sich völlig unvorbereitet vor 200 Journalisten vorgefunden, so von Trier nun im "Liberation"-Interview: "Ich habe idiotische Sachen gesagt und kann mir bis heute nicht verzeihen, dass ich damit Leute verletzt habe."

Die Sanktion hatte von Trier in Cannes bereitwillig angenommen und sich mehrmals entschuldigt, wozu er auch heute noch stehe. Was ihn jedoch beunruhige sei die Political Correctness, die dabei sei, die Welt zu töten. "Wenn man in diese Falle gerät, wird unser Denken arm", meinte er. Es dürfen keine verbotenen Themen geben.