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Dror Mishani
08/17/2013

"Vermisst": Ein Krimi aus Israel

Dror Mishani zeigt, wie wenig man für eine gute Geschichte braucht.

Dror Mishani ist Literaturprofessor in Tel Aviv, spezialisiert auf Kriminalromane. Und verwundert , weil es im Hebräischen keine Krimis gibt. Also hat er „Vermisst“ geschrieben. Er zeigt, wie wenig man braucht. Nur einen 16-Jährigen, der spurlos von daheim verschwindet. Und seinen Nachhilfelehrer. Und seine Eltern. Und Inspektor Avi Avraham, einen einsamen Kopfmenschen, der sein Bauchgefühl kennenlernen wird. Der KURIER hat den Autor per eMail erreicht. Wie wichtig war es ihm, ohne Blut auszukommen?

Dror Mishanis vollständige Antwort: „Sehr wichtig. Ich glaube, gute Kriminalromane haben keine blutigen Beschreibungen und handeln nicht von grotesken Mordfällen. Es ist verstörend, dass die neuen Thriller aus Amerika – und manchmal auch aus Skandinavien – so aussehen, als wären sie miteinander im Wettstreit: In welchem Buch werden die meisten Menschen umgebracht? Welcher Autor lässt am grausamsten und originellsten morden? Gute Kriminalromane brauchen das nicht. Sie brauchen bloß ein Verbrechen, nicht unbedingt einen Mord. Die ganze Aufmerksamkeit muss den psychischen Folgen der Tat gelten, dem Opfer, den Zeugen, dem Täter, auch dem Polizisten. Ein guter Kriminalroman handelt von den seelischen Schmerzen, nicht von körperlichen.“

Auch Henning Mankell war beeindruckt.

KURIER-Wertung: **** von *****

INFO: Dror Mishani: „Vermisst“. Übersetzt von Markus Lemke. Zsolnay Verlag. 352 Seiten. 18,40 Euro.

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